George Michael - Symphonica - Cover
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George Michael Symphonica


  • Label: Parlophone/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Alte Lieder neu verpackt: George Michael interpretiert seine Balladen gemeinsam mit einem Orchester.

Comebacks sind eine Sache für sich. Sie scheinen vor allem dann schwierig, wenn der Künstler nach jahrelanger Pause plötzlich jemand anderer sein möchte und neben dem Imagewandel auch noch einen anderen Musikstil präsentiert. George Michael ist zehn Jahre nach seinem letzten Studioalbum „Patience“ kein Risiko eingegangen. Er zeigt sich auf seinem neuen Album wie in alten Zeiten; und sogar mit alten Songs. Denn „Symphonica“ ist ein Live-Album, das sich an der erfolgreichen Karriere des Briten orientiert und mit etablierten Liedern, anstelle neuer, potentieller Hits auftrumpfen möchte.

So führt George Michael durch eine Vielzahl von Balladen aus seiner eigenen Karriere und Coverversionen von Songs befreundeter Künstler. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass er sich durchaus um eine Neuinterpretation seiner Lieder (z.B. „Cowboys and Angels“, „Praying for Time“) bemüht hat. Sie werden vor allem durch das „Symphonica Air Orchestra“ untermalt, das ihn auf seiner Tour 2011/2012 begleitet hat, die ihn unter anderem in die Londoner „Royal Albert Hall“ und das Pariser „Garnier Opera House“ geführt hatte.

Produziert wurde das Album im Anschluss von Phil Ramone, 14-facher Grammy-Gewinner, der jedoch noch vor der Veröffentlichung starb. Insgesamt zieht sich eine vom (poppigen) Soul getragene, äußerst melancholische Stimmung durch das gesamte Werk hindurch, was die Fans jedoch nicht am Applaus hindert. Die Momente, in denen der Brite Elan versprüht, gehen dafür auch sofort auf das Publikum über. Der Beginn des Lieds „Feeling Good“ ist so ein Moment, aber auch „One More Try“ wird von den Zuschauern begeistert aufgenommen und mitgetragen.

Die Coverversionen, darunter Elton Johns „Idol” oder „Let Her Down Easy” von Terence Trent D’ Arby kommen ebenso gut an. Die Songauswahl ist George Michael damit zweifelsohne gelungen. Hervorgehoben werden muss aber vor allem seine Stimme, die über die Jahre nichts eingebüßt hat und fast klarer klingt, als je zuvor. Es ist also ein rundes, wenn auch sehr ruhiges Werk, das gerade in der Live-Version lebendig wird. Abzüge gibt es trotzdem dafür, dass „Symphonica“ nach den Alben „Faith“ als neue Deluxe Edition und „Twenty Five“ wieder nur eine Sammlung alter Werke darstellt. Es kann die Wartezeit auf ein neues Studioalbum zwar verkürzen, aber eben nicht gänzlich über sie hinwegtrösten.

Anspieltipps:

  • Feeling good
  • John and Elvis are dead
  • One more try
  • Idol

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