The Pretty Reckless - Going To Hell - Cover
Große Ansicht

The Pretty Reckless Going To Hell


  • Label: Razor & Tie/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kind, zieh dir was über! Du holst dir sonst noch den Tod!

Jetzt mal ehrlich: Eine Rockband, die nur dadurch Aufmerksamkeit erregt, weil sich die Frontfrau andauernd nackig macht, hat doch eigentlich schon verloren. Okay, das Debütalbum von The Pretty Reckless, „Light Me Up“ (08/2010), verkaufte sich in den USA immerhin rund 350.000 Mal und weltweit hat das Quartett in der Tat schon mehr als eine Millionen digitale Einheiten ihrer Musik an den Mann und die Frau gebracht, aber dass uns Taylor Momsen (20) auf dem Cover von „Going To Hell“ ihren nackten Hintern und im Videoclip zur Singleauskopplung „Heaven knows“ gleich den gesamten nackten Rest ihres Körpers präsentiert, ist schon bezeichnend für die Art von Kunst, mit der hier ein Produkt verkauft werden soll.

Und überhaupt „Heaven knows“. Soll dieses am Reißbrett entworfene Stück eigentlich eine teilweise Coverversion von Queens „We will rock you“ sein? Man weiß es nicht. Doch allein an diesem Song lässt sich ergründen, wie die Musik von The Pretty Reckless entsteht. Denn Momsen und Co. haben sich in den Geschichtsbüchern des Hardrock aufmerksam umgesehen und die Riff- und Hook-Tabellen der größten Hits von Guns ’N Roses und Alice Cooper, über Skid Row, bis hin zu den Scorpions studiert. So wird zum Beispiel aus „Still loving you“ (Scorpions) „House on a hill“ und „Paradise city” (Guns ’N Roses) findet sich in „Absolution” wieder. Keine Frage: Diesen vermeintlichen Riff-Klau absolvieren die vier Amerikaner gar nicht mal schlecht.

Dazu gibt Schauspielerin und Model Taylor Momsen ein grölendes Biest im Stile einer Courtney Love oder Juliette Lewis („Going to hell“, „Fucked up world“), aber auch mal das zartbesaitete Mädchen, wie wir es von Avril Lavigne kennen („Burn“), wobei sich Momsen immer eine Spur Rotzigkeit in ihrem Gesang vorbehält und damit deutlich rockiger agiert, als es Avril Lavigne je getan hat, ohne dass die Pretty-Reckless-Songs in der Masse drastisch besser wären.

Daraus resultiert Hardrock für die Social-Media-Generation, die sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weder für dieses Album, noch für diese Art von Musik interessieren würde, wenn da nicht eine 20-jährige Entertainerin wäre, die begriffen hat, dass man mit „Tits & Ass“ Geld machen kann.

Anspieltipps:

  • Blame me
  • Going to hell
  • House on a hill
  • Why’d you bring a shotgun to the party
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „The Pretty Reckless“
comments powered by Disqus