Foster The People - Supermodel - Cover
Große Ansicht

Foster The People Supermodel


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese Band kann mehr!

Es ist ein Kreuz mit diesen Superhits. Da gelingt einer jungen ambitionierten Band das keinesfalls selbstverständliche Kunststück, als Debüt ein Top-Album mit durchweg starken Tracks aufzunehmen, und alle Welt spricht nur von diesem einen Song. Dieser eine Song, der tagein, tagaus im Radio dudelt, wenn man auch nur fünf Minuten zum Einkaufen unterwegs ist. Dieser eine Song, den selbst die Oma mitsummt, wenn er ihr zu Ohren kommt. Dieser eine Song, der auf Konzerten gefeiert wird, als hätte die Band nie einen anderen geschrieben, als gäbe es den Rest des Sets überhaupt nicht. Dieser eine Song eben.

„Pumped Up Kicks“ war sicherlich einer der Hits des Jahres 2011. Das „Get Lucky“ seiner Zeit. Dass Mark Foster dabei fröhlich darüber philosophierte, amoklaufenderweise mit einer Shotgun um sich zu ballern, dürfte das Gros der Hörerschaft bis heute nicht verstanden haben und diejenigen, die es wissen, loben zu Recht den interessanten Kontrast aus inhaltlicher Schwere und musikalischer Gute-Laune-Aufmachung. Die restlichen Songs auf „Torches“ fielen dabei kaum ab und wussten mit oft simplen Melodien und sich gnadenlos in die Gehörgänge fräsenden Refrains zu gefallen. Doch Mark Fosters Trio kann mehr. Viel mehr!

Schon die erste Single von „Supermodel“ dokumentiert die Weiterentwicklung der Band eindrucksvoll. Außer Fosters markantem Organ erinnert nicht viel an Vergangenes. Klar, das leicht renitente Schlagzeug hätte man so auch auf „Torches“ antreffen können, darüber hinaus schlägt der Track aber eine deutlich ruhigere, melancholische Richtung ein, die lediglich kurz zugunsten eines fluffigen Refrains aufgegeben wird. „Supermodel“ präsentiert sich insgesamt als große, elf Tracks starke Spielwiese, auf der Foster The People sich nach Herzenslust austoben und ausleben können, was moderne Popmusik in ihren Augen ausmacht. Da ist das fast goldige nanananana aus dem Opener, die zuvor selten so ins Scheinwerferlicht gerückten Akustikgitarren aus „Ask Yourself“ und besonders „Goats In Trees“ oder das halbminütige Intermezzo „The Angelic Welcome Of Mr. Jones“.

2014 sind sich Fosters Mannen auch für Zwischenspiele wie letztgenanntes nicht zu schade und überraschen den Hörer mit Chorgesängen und purer Theatralik. Spannendster Song der Platte ist sicher „A Beginner’s Guide To Destroy The Moon“. Elektronisches Intro, Sprechgesang und ein lässiger Refrain, der die sonst sperrigen Songstrukturen des Titels ein wenig aufzubrechen scheint, nur um anschließend wieder den Weg für weiteres Gefrickel frei zu machen. Keine Frage, der Song enthält mehr Ideen als die meisten Alben der gängigen Popkünstler zusammen.

Foster The People haben eine Entwicklung hinter sich, die sehr zu begrüßen ist. Weg vom One-Hit-Wonder, das die Öffentlichkeit in ihnen sah, hin zu einer ernstzunehmenden Popformation, die eine eigene Vorstellung davon hat, wie sich populäre Musik heute anhören muss. Über weite Strecken funktioniert das sehr gut, auch wenn man sich hin und wieder dabei ertappt, wie man den schmissigen Mitsingpassagen aus „Torches“ ein wenig hinterher trauert.

Anspieltipps:

  • Are You What You Want To Be?
  • Coming Of Age
  • Nevermind
  • A Beginner’s Guide To Destroy The Moon

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
6.5/10

A Bath Full Of Ecstasy
  • 2019    
7.5/10

Family Tree
  • 2019    
Diskutiere über „Foster The People“
comments powered by Disqus