RPWL - Wanted - Cover
Große Ansicht

RPWL Wanted


  • Label: Gentle Art Of Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Kompromisslos und eine Spur härter machen RPWL das, wofür man sie kennt. Stärken und Schwächen bleiben wie gehabt.

Modern kann jeder. RPWL klingen auch weiterhin nach gekonnten Soundbastlern aus den 90ern, die an ihren Keyboards und Synthesizern unverdrossen festhalten. Dass das kein großes Problem sein muss, beweisen nicht nur Bands wie Porcupine Tree, sondern auch die bisherigen Outputs der Gruppe. In Deutschland gibt es wohl kaum eine zweite Band, die den internationalen Sound progressiver Rockmusik dermaßen authentisch hinbekommt.

Auf „Wanted“ gibt sich der Fünfer merklich rauer und zu Beginn auch geradliniger als auf den Vorgängern. Lieder schweben weniger in ätherischen Höhen, sondern holen die Melodien wie im Opener über knackige Gitarren auf den Boden der Tatsachen. Zwar erinnern die beiden überlangen Stücke „Swords And Guns“ und „The Attack“ daran, dass die Band sich auch gerne in ausgiebigen Keyboard-Soli und vor sich hin rieselnden Sounds verliert, was nach „Swords And Guns“ durch das Komplettintermezzo „A Clear Cut Line“ geschieht. Mehrfach genanntes „Swords And Guns“ fällt mit tiefen Sprechstimmen und überaus pathetischer Grundstimmung und Texten auch wirklich nicht wegen des Prog-Brockens qualitativ ab, sondern weil das Gesamtpaket nicht stimmig wirken will.

Aber auch wenn sich RPWL wie üblich ein wenig verheben, kommt größtenteils richtig gute Musik bei ihren Experimenten heraus. Wer den etwas altmodisch anmutenden Sound der Band kennt und schätzt, der wird den geradlinigen Titeltrack genauso sehr wie die Powerballaden „Hide And Seek“ und „Misguided Thought“ abfeiern. Allerdings soll der durchaus überholte Klang der Band nochmals betont werden, da nicht jeder auf Classic-Rock-Gitarren und eine Extraportion Pathos steht.

Seit längerem war ein RPWL-Album nicht mehr so klar unterteilt. Weiche und eingängige Rocksongs mit Pop-Appeal („Wanted“ und „Perfect Day“), Power-Balladen („A New Dawn, „Hide And Seek“ und „Misguided Thought“) und typischer Prog-Rock lassen sich genau erkennen und die Chance ist groß, dass nicht jedem alles gefallen wird. Wenngleich die vorigen Alben mit ihrem Gesamtkonzept nicht durchweg punkten konnten, scheint dem neuen Album ein echtes Konzept zu fehlen. Die Einzelstücke sind letztlich auch nicht so überragend, dass am Ende nicht für jedermann irgendwann eine Durststrecke auftaucht. Musik muss nicht jedem immer gefallen, doch „Wanted“ macht es den Hörern an zu vielen Stellen schwer, sich in das Album hineinzuhören.

Anspieltipps:

  • Wanted
  • Revelation
  • A New Dawn

Neue Kritiken im Genre „Art-Rock“
Diskutiere über „RPWL“
comments powered by Disqus