Riotgod - Driven Rise - Cover
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Riotgod Driven Rise


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Allmählich magnetisiert das Monster immer schwächer.

Langsam aber sicher scheint das Projekt Riotgod so richtig in Fahrt zu kommen und aus dem großen Schatten Monster Magnets zu treten. Die Idee zum Riotgod-Projekt, die einst im Rahmen einer Tour Monster Magnets entstand, ist mit vollem Erfolg beschert worden und in den vier Jahren seit dem Debütalbum richtig ins Rollen gekommen. Die Alben „Riotgod“ (2010) und „Invisible Empire“ (2011) waren erst der Anfang. Nun legt Bob Pantrella (Schlagzeug) nach und macht mit seinen Kollegen Mark Sunshine (Gesang), Erik Boe (Bass) und Garret Sweeney (Gitarre) da weiter, wo er mit dem letzten Album aufgehört hat.

Schlagzeuger Pantella sagte mal, die Musik Riotgods sei schlicht und ergreifend Hard Rock. Tatsächlich ist da weitaus mehr, was dem Sound des Projektes ein wenig Pfiff gibt und schwer zu kategorisieren macht. Während groovender Hardrock das Grundgerüst darstellt, haben die Jungs immer mal wieder ein wenig an ihrem Sound herumgespielt. Fans des Mutterschiffs Monster Magnet fühlen sich gleich zu Hause, wenn Riotgod abermals richtig fette Stoner-Sounds auspacken, mit Proto-Doom einen kleinen Flirt eingehen oder sleazen. Da die Nostalgiewelle noch immer rollt, passt das gut. Mit einer Ausnahme: Geht man ein Stück zurück und nimmt Monster Magnet als Basis des Sounds, wird schnell klar, dass der Sound Riotgods sehr viel glaubwürdiger und nachvollziehbarer als bei einer Band wie beispielsweise Scorpion Child ist. Zwar werden auch auf „Driven Rise“ die alten Zeiten beschworen, dies aber weitaus organischer.

Deshalb haben die Anhänger des aufständischen Gottes mit Kompositionen wie dem Titeltrack, „Grenade And Pin“, „Davos“ und „They Don't Know“ mal wieder Spaß in den Backen. Riotgod geizen nicht mit Energie und Power, was sich in Form des fantastischen „Prime Moment“ zeigt. Die Band feuert aus allen Kanonenrohren und etabliert einen zukünftigen Live-Evergreen. Der Bombast von Led Zeppelin trifft auf Stoner-Exzesse. Generell ist der dritte Longplayer der Gruppe aus New Jersey angenehm abwechslungsreich. Mal feiern sie Sabbath („Sidewinder“), dann wird es in „Your My Waste Of Time“ sogar außergewöhnlich grungig - beinahe schon ein Alleinstellungsmerkmal in der Retro-Rocker-Szene. Der vielzitierte Psychedelic-Rock-Einschlag darf natürlich auch nicht vergessen werden: Das verschroben-geheimnisvolle „Positronic“ oder das staubtrockene „Melisandre“ bilden den Soundtrack für den Drogentrip durch die Wüste. Last but not least stellt das Schlusslicht „Beg For Power“ eine vorwiegend akustische Halbballade dar, die sich nach und nach zu einem angehärteten Southern Rocker mausert.

Die Band selbst macht ordentlich Dampf - die Herren beherrschen ohne Frage ihre Instrumente. Viel wichtiger ist allerdings, dass Mark Sunshine letzten Endes doch nicht gegangen ist. Nach einigen Unklarheiten der jüngeren Vergangenheit haben wir nun den Beweis, dass er weiterhin zur Gruppe gehört. Gut so! Seine Stimme passt zu der Musik Riotgods wie Arsch auf Eimer. Besonders zufriedenstellend ist auch die fette und saubere Produktion, die nicht so tun will, als sei sie einem Aufnahmestudio der 70er-Jahre entsprungen. Kein Rückzug, kein Ergeben: Riotgod halten ihre Stellung und verzaubern ihre Hörer zum dritten Male mit einem außerordentlich bunten Album, das gleich mehrere Stile und Stimmungen aufgreift. Wer das schätzt oder aber Bands wie Kadavar, The Black Explosion oder die seligen Wolfmother mag, sollte sich „Driven Rise“ mal zu Gemüte führen.

Anspieltipps:

  • Grenade And Pin
  • Prime Moment
  • Positronic
  • Melisandre
  • Beg For Power

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