Scott H. Biram - Nothin´ But Blood - Cover
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Scott H. Biram Nothin´ But Blood


  • Label: Bloodshot/Rough trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine ganz komische Mischung aus Gospel und Folk, die immer wieder an Birams Liebe zum Metal erinnert.

Er nennt sich selbst eine „Dirty Old One Man Group“ und Recht soll Biram mit dieser Bezeichnung behalten. Wenige würden mit ihm arbeiten wollen und er selber möchte wohl auch lieber kompromisslos seinen musikalischen Visionen nachgehen. Diese Visionen sind mal bibelgetreu, mal auch abstoßend profan. Die Mischung aus Glaube und Realität scheint das erklärte Ziel des neuen „Nothin' But Blood“ zu sein. Dass sich Gospel und Profanität nicht immer gut vertragen, kann man sich allerdings schon im Vorfeld denken.

Doch nicht nur textlich sorgt Biram für ordentlich Reibung. Zwar sind die schwierigsten Angelegenheiten tatsächlich ungemütliche Lyrics wie in „Alcohol Blues“, die von körperlicher Gewalt in allen Formen handeln, aber auch die Stilmixturen machen es Hörerohren nicht leicht. Blues, Country und sogar Metal mischen sich ins Geschehen ein, sodass Scott H. Biram des Öfteren anfängt zu schreien und zu grunzen. Was auf dem Papier vielleicht noch interessante Gegensätze erhoffen lässt, wirkt in der Praxis zusammenhangslos und fahrlässig gegensätzlich.

Der geistlos wirkende Rock in „Alcohol Blues“ oder auch „Only Whiskey“ hat nichts mit dem Country aus „Jack of Diamonds“ am Hut und wiederum will „Never Comin' Home“ als emotionale Ballade nicht ins Bild passen. Biram pfeift auf Konventionen und reiht White-Trash-Musik wie „Backdoor Man“ und Metal in „Around The Bend“ aneinander, ohne dass sich ein ersichtliches Konzept ergibt. Biram prügelt einfach drauf los und wenn dabei ein paar fetzige oder einprägsame Stücke herauskommen, scheint das eher einem Zufall zu gleichen.

„Nothin' But Blood“ ist ein unausgegorenes und unstimmiges Album, welches zu keinem Zeitpunkt einen festen Ton trifft oder sich zu einem Statement hinreißen lassen möchte. Die Musik ist einfach da und stampft vor sich hin, wenn sie denn so will. So hat Birams Album etwas von der Musik eines Straßenkünstlers, der einfach immer weiterspielt, damit die Leute ihm einen Groschen zuwerfen. Vielleicht ergibt das Album in seinem Kopf auch Sinn, doch Zuhörer werden eher befremdet reagieren, als einen Masterplan hinter dieser Auswahl zu vermuten.

Anspieltipps:

  • When I Die
  • Never Comin' Home
  • John The Revelator

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