Kylie Minogue - Kiss Me Once - Cover
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Kylie Minogue Kiss Me Once


  • Label: Parlophone/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Kylie fordert zum Kusse und zum Tanz auf. Doch lohnt sich die Einladung wirklich?

Kylie Minogue nennt ihr neues Album „Kiss Me Once“ und die Männerwelt würde ihr diesen Wunsch sicherlich nicht verwehren. Sieht man sich die mittlerweile 46-Jährige an, fragt man sich, ob sie eigentlich wirklich altert. Äußerliche Anzeichen gibt es wenige, doch der Beweis kommt mit der Anzahl der Studioalben: ein Dutzend sind es mit dieser Neuveröffentlichung. Eine Tatsache, der man Respekt zollen sollte, denn schließlich wurde bisher jedem einzelnen Gehör geschenkt. Klar ist jedoch auch, dass kaum mehr mit der ganz großen Überraschung zu rechnen ist. Für einen kompletten Stilwechsel ist es schlichtweg zu spät. Und so macht Kylie weiter das, was bisher für sie funktioniert hat und wofür sie steht: (Dance-)Pop.

Natürlich wurde nicht gänzlich auf Innovation verzichtet, wie vor allem an der Zusammenarbeit mit Pharrell Williams zu sehen ist. „I Was Gonna Cancel“ ist ein Song aus seiner Feder, der durchaus den für ihn typischen Funk versprüht. Helfen dürften jedoch weniger die soliden (und immer gleichen) Rhythmen, als der Name des Star-Produzenten selbst. Warum Kylie sich außerdem für ein Duett mit Enrique Iglesias entschieden hat, kann wiederum nur damit erklärt werden, dass damit vielleicht die obligatorische Ballade (à la Nick Cave, 1995) abgehakt werden soll. Fakt ist: der Synthesizer mischt in diesem Lied („Beautiful“) als dritter Partner ebenfalls kräftig mit.

Kommen wir zu dem, was bleibt. Im Großen und Ganzen verlässt sich Kylie Minogue auf ihr längst bewährtes Erfolgskonzept: Erotik. Zugegeben, sieht man sich die Songtitel des Albums an, lässt sich sogar eine gewisse Besessenheit vermuten. Das Wort „Sex“ allein steckt in den Namen dreier von insgesamt elf Liedern („Sexy Love“, Sexercize“, „Les Sex“). Würde man weitere Songs mitzählen, die darauf anspielen oder gar in den Texten nach diesem Thema suchen, gäbe es eigentlich keine Zweifel mehr. In Wirklichkeit jedoch hat die Australierin einfach früh in ihrer Karriere verstanden, was bis heute als oberstes Gebot gilt: „Sex sells“. Die Zeiten mögen sich ändern, die Gesellschaft sich wandeln und trotzdem: Erotik bleibt das Thema Nummer eins.

Tiefgründigkeit ist auf diesem Album also Fehl am Platz. Das ist auch gut so, denn der Disco-Pop der Minogue bleibt sich dadurch treu und vor allem tanzbar. Dafür sorgen wie gewohnt (fast) durchgängig unbekümmerte Beats und Kylies kennzeichnende Stimme. Ab und an fühlt man sich angenehm in vergangene Disco-Welten zurückversetzt und immer mal wieder blitzt ein Song hervor, der das Zeug zum Radioliebling haben dürfte, wie z.B. die erste Single „Into The Blue“. Ansonsten bleibt wirklich alles beim Alten und das hat gute, aber auch schlechte Seiten. Einerseits weiß man genau, auf was man sich einlässt. Andererseits beschleicht einen das langweilende Gefühl, das meiste davon schon zu kennen, wodurch nichts so richtig hängenbleiben mag. Für Gewohnheitstiere dürfte das jedoch in Ordnung sein, immerhin gibt es zum wiederholten Male charakterfesten (Dance-)Pop zu hören.

Anspieltipps:

  • Into the Blue
  • Million Miles
  • I was gonna cancel
  • If only

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