The Tower - Hic Abundant Leones - Cover
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The Tower Hic Abundant Leones


  • Label: Plastic Head/SOULFOOD
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Old School und ein bisschen böse.

Es gibt Musik, die wird wohl nicht mehr uncool werden, und dazu zählt gewiss die Kombination von tiefen, langsamen Gitarrenriffs mit einer psychedelischen Note und mystischen Texten. Sofern das Resultat auch noch so klingt, als wären die 70er-Jahre nie vorüber gegangen, hat eine Band durchaus Chancen, beim nostalgischen Teil der Rock-Gemeinde Gehör zu finden - auch wenn jeder weiß, dass die musikalischen Kinder und mittlerweile Enkelkinder der großen Rock-Pioniere keinesfalls an das heranreichen, was Gruppen wie Black Sabbath, Led Zeppelin oder Pink Floyd in ihren Anfangstagen fabriziert haben.

The Tower aus dem kultverdächtigen Uppsala in Schweden machen genau das: Sie liefern ein technisch gut umgesetztes Album mit einer Fülle von Tony Iommi-Riffs ab, das trotzdem niemals zum Kult werden wird. Dafür können diese vier Typen mit ihren schulterlangen Haaren nichts, das ist nun mal Teil des Paktes: Ihre Musik ist nichts Neues, dafür aber eben von Grund auf eine feine Angelegenheit für alle, die darauf schwören, dass die besten Tage der Rockmusik schon lange vorbei sind. Denn befindet sich der Hörer erst einmal in diesem Black-Sabbath-Modus (langsames Nicken, ernster Blick), dann macht „Hic Abundant Leones“ auch richtig Freude: Die Instrumente marschieren, alles klingt old school, ein bisschen böse, nicht einzigartig, aber dann doch wieder abwechslungsreicher als zunächst vermutet.

The Tower haben sich Gedanken gemacht, das steht fest. Sie wechseln häufig die Geschwindigkeit, laden mal zum Rumspringen („Exile“, „Lions At The Gate“), dann wieder zum langsamen Haareschütteln („Lucy“, „Moonstoned“) ein. Die Songs sind überraschenderweise nur selten standesgemäß ausladend, nur einmal wagen sich die Schweden über die 10-Minuten-Marke hinweg: beim großen Finale „The Tower“. Der Song ist weniger Musikstück als eine Zeremonie, in deren Verlauf der Sänger Erik irgendwann nur noch rezitiert, so wie Jim Morrison in „The End“, nur härter und weniger poetisch. Da hätten wir die nächste Referenz und es könnten noch so viele mehr aufgezählt werden, die aber alle nichts anderes aussagen würden als: „Hic Abundant Leones“ ist ein Album, das stark in der Vergangenheit verwurzelt ist, aber gerade in dieser Eigenschaft für Psychedelic- und Hardrock-Fans interessant sein kann. Allerdings trifft diese Beschreibung auch auf einige andere Retro-Bands zu.

Anspieltipps:

  • Lucy
  • The Tower
  • Moonstoned

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