Gus G. - I Am The Fire - Cover
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Gus G. I Am The Fire


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Komm, Kostas! Du hast jetzt genug mit den anderen Kindern gespielt!

Als einer der bekanntesten, heranwachsenden Gitarrengötter unter der Sonne fällt es Kostas Karamitroudis alias Gus G. sicherlich nicht besonders schwer, zu 100 Prozent ausgelastet zu sein, noch dazu, wenn er den Fans mit seiner eigenen Truppe Firewind in hübschen, regelmäßigen Abständen frisches Material zum Kauf anbietet (letztes Jahr gab es mit „Apotheosis“ das zweite Live-Album und im Mai 2012 erschien mit „Few Against Many“ der siebte Longplayer in zehn Jahren). Das dürfte dem mittlerweile 33-Jährigen aber scheinbar nicht genug sein und nach Arbeiten mit Mystic Prophecy, Dream Evil und Nightrage, sowie der aktuellen Kollaboration mit Ozzy „The Prince of Darkness“ Osbourne, schnitzte sich Gus mit Hilfe einiger Musikerkollegen und Idole ein ganz eigenes Soloalbum zusammen, dessen gelassene Ader den einen oder anderen Hardcore-Anhänger verschrecken könnte.

„Die Leute haben mich schon seit Jahren nach einem Soloalbum gefragt, aber ich wollte kein Album machen, das wie etwas klingt, was die Leute schon anderswo von mir gehört haben“, klärt Meister G. den verdutzten Hörer nach den beiden eher gemächlichen Auftakttracks „My will be done“ und „Blame it on me“ auf, die aufgrund ihrer fast an Classic Rock und Hardrock gemahnenden Gangart einige Temponiveaus unter den ansonsten hochoktanigen Nummern des Gitarrenmeisters liegen. Dieser Eindruck relativiert sich zwar kurzzeitig mit dem zackigen Titeltrack und den beiden von schreddernden Riffs und atemloser Struktur durchzogenen Instrumentals „Vengeance“ und „Terrified“, bei denen David Ellefson (Megadeth) und Billy Sheehan (Mr. Big, David Lee Roth) Gus unter die Arme greifen dürfen, pendelt sich für das restliche Album aber wieder auf solidem Hardrock-Niveau ein.

Die Qualität kann aber nicht immer ausnahmslos überzeugen und so ist der Auftritt von Eyes Set To Kill-Sängerin Alexia Rodriguez nicht mehr als ein handzahmer Schunkelsong vom Reißbrett geworden, „Just can´t let go“ präsentiert sich als seichter Alternative Rock-Standard und das verträumte „Dreamkeeper“ mit Tom S. Englund (Evergrey) am Mikro gebärdet sich eine Spur zu schläfrig. Wirklich beeindruckend sind hingegen alle Performances von Mats Levén (Candlemass, Ex-Yngwie Malmsteen/ Therion), der mit seiner variablen Stimme jedem noch so schwachen Songkonstrukt Leben einhaucht und es zumindest kurzzeitig erblühen lässt. Darüber hinaus gibt es mit dem emotional aufgeladenen „Summer days“ eine herausnehmend-starke AOR-Hymne, für die Journey, die ehemaligen Geldgeber von Jeff Scott Soto, sicherlich eine hübsche Summe zahlen würden.

Unterm Strich ist „I Am The Fire“ ganz sicher nicht die losgelöste Rakete geworden, die sich viele Fans von einem Soloauftritt des Gitarrenmeisters erhofft haben, selbst wenn jede Nummer früher oder später die technischen Fingerfertigkeit des 33-Jährigen zur Schau stellt. Als Entspannungsübung für zwischendurch gedacht, kann der Alleingang des Griechen aber zumindest als kleiner Erfolg gehandelt werden und wie viele musikalische Egotrips können das schon von sich behaupten.

Anspieltipps:

  • Terrified
  • Vengeance
  • I Am The Fire
  • Summer Days

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