Shakira - Shakira - Cover
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Shakira Shakira


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Comeback nach der Babypause mit zumindest drei, vier guten Songs.

Die Babypause für Shakira (37) ist vorbei und das letzte Studioalbum „Sale El Sol” (10/2010) liegt 3½ Jahre zurück. In der Popmusik ist das eine lange Zeitspanne, die es rechtfertigt, den – wenn man so will – Comeback-Tonträger schlicht „Shakira“ zu benennen, der zudem die zehnte Studioveröffentlichung darstellt. Und es rechtfertigt auch, sich für die erste Single aus dem neuen Album Rihanna als Duettpartnerin zu holen, die bekanntlich einen Singlehit nach dem anderen landet, egal wie schlecht der dazugehörige Longplayer auch ist. Schon der Rapper Eminem wusste diese Allzweckwaffe für sich zu nutzen und nun auch die zierliche Kolumbianerin, die nach schwer missglückten Elektro-Pop-Experimenten („She Wolf“, 2009) und Fußball-WM-Hits in Dauerrotation (notdürftig auf „Sale El Sol“ untergebracht) zu ihren klassischen Radio-Pop-Wurzeln zurückkehrt.

Dazu holte sich die 37-Jährige mit Max Martin, Lukasz Gottwald, Chantal Kreviazuk, Busbee, The Messengers, John Hill, Kid Harpoon, Greg Kurstin, Steve Mac und Mark Bright die geballte Studio- und Songschreiber-Prominenz ins Haus, deren Verpflichtung sich schon bei der rockigen, mit Einflüssen aus Reggae und New Wave ausgestatteten „Can’t remember to forget you”-Single ausgezahlt hat. Der Song hatte zwar nicht die Power, um in den wichtigsten Hitparaden die Top 5 zu knacken, doch er verkaufte sich weltweit so beständig, dass man von einem geglückten Comeback sprechen kann.

Für ihr Longplay-Comeback besann sich Shakira auf das, was sie groß und erfolgreich gemacht hat: Popmusik mit einer kleinen Prise Latin-Rock, die sofort ins Ohr geht und auf modischen Stil-Schnickschnack verzichtet. Der Song-Mischung ist zwar anzuhören, dass ihre kreativen Mütter und Väter auch für die Hits von (u.a.) Katy Perry, Christina Aguilera, P!nk, Kelly Clarkson oder auch Carrie Underwood verantwortlich zeichnen, doch der Input von Shakira ist so groß, dass eine gewisse Eigenständigkeit stets erhalten bleibt.

„Shakira“ zeigt aber auch, dass die Sängerin kreativ noch nicht wieder da ist, wo sie sich zur Mitte der Nullerjahre befunden hat. Dazu sind Stücke wie „Empire“ (die zweite Singleauskopplung) oder auch „You don’t care about me“ eine Spur zu farblos. Aber bei Shakira und ihrem Team handelt es sich um Vollprofis. Und da 2014 ein WM-Jahr ist, steht mit „Dare (la la la)“ schon der nächste Dance-Kracher à la „Waka waka“ für freudentrunkene Fußballfans ins Haus. Darüber hinaus übt sich die Kolumbianerin in Sachen Reggae und Ska („Cut me deep“), sie gibt mit „23“ feinen Akustik-Pop zum Besten, der wie eine Mischung aus Take Thats „Back for good“ und „Underneath your clothes“ klingt, sie überrascht im Duett mit Blake Shelton mit modernem Country-Pop („Medicine”) und sie verbreitet gute Laune mit einem wunderbar simplen Popsong wie „The one thing“. Auf diese Weise steigert sich das Album Stück für Stück in einen absolut akzeptablen Bereich. Dafür kann der geneigte Pop-Fan risikolos Geld ausgeben, ohne enttäuscht zu werden.

Anspieltipps:

  • 23
  • Medicine
  • Spotlight
  • The one thing
  • Nunca me acuerdo de olvidarte
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