Massacre - Back From Beyond - Cover
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Massacre Back From Beyond


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Comeback von Death-Metal-Dornröschen Massacre schert sich einen Dreck um moderne Hörgewohnheiten.

Was erwartet man von einer Band, deren zweites und bisher letztes Album („Promise“) vor 18 Jahren veröffentlicht wurde und damals keine besonders euphorischen Kritiken erhielt? Im Falle der floridianischen Death-Metal-Walze Massacre so einiges! Der Grund dafür ist nicht etwa eine sado-masochistische Einstellung zu schlechten Metal-Alben, sondern der Einfluss, den die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder Rick Rozz (Gitarre) und Terry Butler (Bass) auf die Entwicklung des amerikanischen Todesbleis Ende der 80er-Jahre hatten. Zu dieser Zeit ließen gerade Death, Deicide und Morbid Angel ihre Debüts auf die Menschheit los und sorgten für ein euphorisches Aufwallen des noch jungen Genres. Mitten in diesem Schmelztiegel aus brutalen Gitarrenriffs und tiefen Growls brodelte schon längere Zeit das Phänomen Massacre und brachte frische Ideen für den noch jungen Death Metal, konnte aber erst im März 1991 mit dem Klassiker „From Beyond“ auf sich aufmerksam machen.

Statt als Quereinsteiger durchzustarten, zerschellte das Bandgefüge in alle Himmelsrichtungen und blieb, abgesehen vom mehr schlechten, als rechten Nachfolger „Promise“, eine historische Randnotiz in der Entstehung der immer populärer werdenden Stilrichtung. Über die Jahre gab es zwar immer wieder Reunions und kleine Comebackauftritte, den richtigen Impuls für eine größer angelegte Neuformierung gab es jedoch erst, als die „wiedervereinten Massacre an der „70.000 Tons of Metal“ Karibik-Cruise“ teilnahmen und einen Deal von Century Media angeboten bekamen. Es fügte sich alles zusammen und mit Ed Webb (Gesang) und Mikey Mazzonetto (Schlagzeug) begab man sich wieder ins Studio, um an einem standesgemäßen Sound für das moderne Zeitalter zu feilen. Dieser wurde jedoch schnell ad acta gelegt und Rozz & Co. beschränkten sich auf das, was sie können: Schnörkellosen, direkt in die Fresse schlagenden Death Metal!

Und mehr ist „Back From Beyond“ dann auch nicht geworden. Ab und zu werden kleine Doom-Passagen unter die blutigen Hackschnitzel gemischt („Back from beyond“, „Succumb to rapture“, „The evil within“, „Beast with vengeance“), der spitze Fleischerhaken wird kurz vor Schluss mit ordentlich Groove in die Schädeldecke gerammt („Ascension of the deceased“, „Remnants of hatred“) oder es herrschen dynamische Rhythmuswechsel vor, die munter zwischen Knochen brechen und Knochen zermahlen wechseln („As we wait to die“, „Shield of the son“). Alles in allem ein purer Nostalgietrip für alle, die ihren Death Metal möglichst geradlinig (Vorsicht: Monotoniegefahr!) und Old School möchten und mit den Neuausrichtungen von Six Feet Under (gemeint ist das Undead/ Unborn-Doppel) oder Morbid Angel (die zackigen Industrial-Töne von „Illud Divinum Insanus“ sind sicherlich nicht jedermanns Geschmack) so gar nicht warm werden. Mehr Ende 80er/Anfang-90er-Mentalität geht nämlich kaum!

Anspieltipps:

  • As We Wait To Die
  • Succumb To Rapture
  • Remnants Of Hatred

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