Kaiser Chiefs - Education, Education, Education & War - Cover
Große Ansicht

Kaiser Chiefs Education, Education, Education & War


  • Label: SPV Recordings
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Na, da schau her! Statt Beinahe-Band-Aus ein erfreulich erfrischendes „Comeback“-Album.

Nach vier Studioalben zwischen 2005 und 2011 sowie einem vertragserfüllenden „Best Of“-Sampler aus dem vergangenen Jahr, war für die Kaiser Chiefs Schluss beim Majorlabel Polydor Records. Was für Fans und Kenner nicht unbedingt aus heiterem Himmel kam, war nach dem Beinahe-Aus der Band die logische Folge aus internen Zwistigkeiten und schlechten Kritiken in der Presse. Gründungsmitglied, Hauptsongwriter und Drummer Nick Hodgson verließ die Gruppe Ende 2012 überraschend und hinterließ eine scheinbar nicht zu füllende Lücke.

Doch inzwischen hat sich die im Jahr 2003 in Leeds gegründete Band wieder sortiert. Als neuer Schlagzeuger ist Vijay Mistry an Bord und ihre Musik lizenzieren die Kaiser Chiefs von Land zu Land an unterschiedliche Vertriebspartner, was dazu geführt hat, dass die Band in Deutschland neuerdings bei dem kleinen Hannoveraner Label SPV Recordings unter Vertrag steht.

Der musikalische Neuanfang für die Kaiser Chiefs fand in den USA statt. Dort nahm die Band zusammen mit dem Produzenten Ben H Allen III (Delphic, Gnarls Barkley, The Whigs, Animal Collective, Deerhunter) ihren neuen Longplayer „Education, Education, Education & War“ in Atlanta, Georgia, auf, der die Kaiser Chiefs weniger poliert und im Sound rauer zeigt. Dadurch klingen die Melodien der Tracks weniger reißerisch als zuletzt, allerdings ohne dass ihre Herkunft im BritPop verleugnet wird.

Titel wie „Going home“, „Misery company“ (coole Schweine-Rock-Gitarrensoli!) oder auch „Ruffians on parade“ sind die neuen, rockigen Gegenstücke zu Rummelplatz-Hits wie „Ruby“ und „I predict a riot“, für welche die Band noch heute aufs Korn genommen wird. Alles Neid, sagen die einen, bittere Realität, sagen die anderen. Fakt ist, dass die Kaiser Chiefs dem BritPop mit ihren ersten beiden Alben neue Impulse verliehen haben und mit „Education, Education, Education & War“ daran anzuknüpfen versuchen.

Auch wenn dabei nicht alles neu klingt, was unter uns gesagt auch nicht notwendig war, ist die aktuelle, zupackende Art der Kaiser Chiefs, Songs zu Papier zu bringen, sehr erfrischend. Sie lassen der Gitarre ungeahnte Freiräume („One more last song“, „My life“), sie bauen perlendes Orgel-Spiel ein („Meanwhile up in heaven“) und sie üben sich zu 80er-Jahre-Wave-Sounds in Gesellschaftskritik („Cannons“). Das ist freilich nicht sensationell, aber solide und gut – und bestimmt nicht von jedermann erwartet worden.

Anspieltipps:

  • My life
  • Cannons
  • Coming home
  • Meanwhile up in heaven
Neue Kritiken im Genre „BritPop“
5/10

Cause And Effect
  • 2019    
Diskutiere über „Kaiser Chiefs“
comments powered by Disqus