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Vampire Vampire


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der inoffizielle Soundtrack für die nächste Stephen-King-Verfilmung.

Wer braucht schon richtige Namen, wenn die Musik für sich selbst sprechen kann? Das haben sich auch Hand Of Doom (Gesang), Black String (Gitarre), Command (Bass) und Ratwing (Schlagzeug) gedacht, als sie den Old School Death/Black/Thrash/Punk/Hardrock´n´Roll-Hybrid Vampire ins Leben gerufen haben, der „mit einer Vielzahl lyrischer Themen, die das Dunkle, das Unbekannte erforschen“ ausgestattet und der Liebe zu „gegenwärtiger Horrorliteratur“ geschuldet ist. Wer sich ein Bild von dem irren Mix machen will, kauft entweder das selbstbetitelte Debüt, besucht die vier Herrschaften bei einem ihrer zahlreichen Konzerte oder spielt gleichzeitig Motörheads „Ace Of Spades“ (11/1980), Metallicas „Kill ´em all“ (07/1983) und Deaths „Scream Bloody Gore“ (05/1987) ab. Wohl bekomm´s!

In der Tat ist „Vampire“ aber weit mehr als eine schnöde Reise in die Vergangenheit und eine ähnliche Grütze, wie sie unweigerlich beim gleichzeitigen Abspielen von drei genannten Metal-Alben herauskommen würde. Der Erstling ist vielmehr eine Momentaufnahme aus allem, was dem Vierer Spaß macht und ihn gegenwärtig bewegt. Das mag für eine Laufzeit von 37 Minuten zu wenig sein, doch Vampire schaffen es, die Sekunden und Minuten jeder Komposition geschickt zu nutzen, selbst wenn es ab und zu zu einigen sprunghaften und verwirrenden Exemplaren („Jaws of the unknown“) oder monotonen Ausflügen („Ungodly warlock“, „Under the grudge“) im stilistisch äußerst offenen Universum der Blutsauger kommt.

Im besten Falle heißt es aber, ein kompromissloses Gemetzel mit Old School-Einschüben aus allen Extreme Metal-Lagern ohne Bremsflüssigkeit („Orexis“, „Cellar grave vampire“), zackige Death´n´Roll-Exkurse („At midnight I´ll possess your corpse“, „The bestial abyss“), dicke Punkgrooves aus dem Keller, in dem „Motorbreath“ vor über 30 Jahren in den Wehen gelegen ist („Black deserts“), sowie apokalptische Doublebass-Attacken mit blutiger Moshpit-Soße („The fen“) oder Doom/Sludge-Topping („Howl from the coffin“) spendiert zu bekommen, die sich untereinander nichts schenken und zu jeder Zeit punktgenau in die Fresse knallen. Eine einzigartige Identität bleiben uns die Jungs im Fahrwasser des aktuellen Retro-Booms zwar schuldig, dies könnte sich aber bei einer zweiten Fahrt in ihrer Geisterbahn durchaus schnell ändern.

Anspieltipps:

  • The Fen
  • The Bestial Abyss
  • Cellar Grave Vampire

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