Manchester Orchestra - Cope - Cover
Große Ansicht

Manchester Orchestra Cope


  • Label: Seven Four Entertainment
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Fluch vergangener Großtaten.

Die Kunst, aus Simplem Geniales zu kreieren! Es ist wahrscheinlich der heilige Gral des guten Songwritings und eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale des Manchester Orchestras, das aus seinem „Mean Everything To Nothing“ seinerzeit eines der besten Alben des Indie-Rock-Genres machte. Manchmal ist ´ne Currywurst mit Pommes eben weitaus sättigender, als das pompöseste Drei-Gänge-Menü.

Dabei ist der Fünfer um Sänger Andy Hull eine astreine Mogelpackung, hat das Instrumenten-Line-up mit einem Orchester doch so überhaupt nichts am Hut. Vielmehr kommt die Band mit vergleichsweise langweiliger Ausstattung daher: Gitarren, Drums, Bass, hier ein wenig Keyboard, dort ein wenig Percussion. Fertig. Orchestral ist anders, stattdessen zelebriert die Band kompromisslosen Gitarrenrock. Dazu stammt sie aus Atlanta und hat somit mit Manchester in etwa so viel zu tun, wie United dieser Tage mit der englischen Meisterschaft.

„Cope“ ist das inzwischen vierte Studioalbum und treibt das bisherige Erfolgsrezept fast provokant auf die Spitze. Simplizität als Markenzeichen, weniger ist mehr. Schon das spartanische Cover, auf dem lediglich der übergroße Schriftzug des Albumtitels thront, deutet die musikalischen Stilmittel an, derer sich die Band 2014 bedient. Straighte Gitarren eröffnen in „Top Notch“ das Album und im weiteren Verlauf auch quasi jeden anderen Song. Das mag zu Beginn noch laut, treibend und aufregend klingen, nutzt sich im Verlauf der Platte jedoch merklich ab. Schon früh fällt auf, dass Hulls Mannen auf früheren Werken interessantere und vor allem abwechslungsreichere Songstrukturen zu bieten hatten. Man erinnere sich nur an das großartige „I’ve Got Friends“ oder das ruhige „I Can Feel A Hot One“.

„Every Stone“ rückt tatsächlich neben der obligatorisch dröhnenden Gitarre auch mal das Schlagzeug in den Vordergrund, welches in seiner treibenden Interpretation an Bryan Devendorfs (The National) Spiel erinnert und den ansonsten nach Schema F aufgebauten Song eine Qualitätsliga höher hebt. Ansonsten gilt das eigentlich harmlose, aber dennoch für jede Band irgendwie vernichtende Urteil: Ein wirklich schlechter Song ist auf „Cope“ nicht zu finden, doch die herausragenden Tracks der Vorgängeralben bleiben mit dem Viertling unerreicht.

Anspieltipps:

  • Top Notch
  • Choose You
  • Every Stone

Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „Manchester Orchestra“
comments powered by Disqus