Paloma Faith - A Perfect Contradiction - Cover
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Paloma Faith A Perfect Contradiction


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Retro-Pop, kein Soul, der hier und da an Amy Winehouse erinnert.

Die englische Schauspielerin und Sängerin Paloma Faith ist in ihrer Heimat ein echter Popstar mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Einheiten ihrer bisherigen drei Studioalben. Doch umso weiter man sich von der britischen Insel entfernt, desto größer werden die Fragezeichen in Bezug auf die durch ihren Retro-Stil auffallende 33-jährige Londonerin. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zum Beispiel, indem man sich ein paar Songwriter-Kollegen angelt, die an der Grundausrichtung der Musik zwar nichts ändern, aber der markanten Stimme den einen oder anderen potenziellen Singlehit als Steilvorlage liefern.

So holte sich Paloma Faith, die ihr Debütwerk „Do You Want The Truth Or Something Beautiful?“ (09/2009) auf der Höhe des Amy-Winehouse-Hypes auf den Markt brachte, für ihren neuen Longplayer „A Perfect Contradiction“ mit Raphael Saadiq, Stuart Matthewman, Ben „Plan B” Drew, Steve Robson, John Legend, Diane Warren und allen voran Pharrell Williams kreative Partner ins Studio, die ihrem Retro-Pop, der sich aus R&B-, Jazz-, Motown-Soul-, Funk- und Dance-Elementen speist, ein paar frische Inputs spendieren sollten. Dass „A Perfect Contradiction“ am Ende dann doch weitgehend wieder dem althergebrachten Schema folgt, ist umso bedauerlicher.

Dabei legt die Platte mit dem knackigen Funk-Track „Can’t rely on you“ aus der Feder von Pharrell Williams beeindruckend druckvoll und groovend los. Mit Raphael Saadiqs „Mouth to mouth“ geht es danach funky weiter, wobei schon hier wieder das Retro-Fähnchen geschwenkt wird, auch wenn es stilistisch „nur“ in die 80er Jahre zurückgeht. Dort angekommen, erinnert „Impossible heart“ an einen typischen 80s-Track aus der Schmiede von Stock Aitken Waterman. Hier fehlt in der Tat nur noch ein Duett mit Rick Astley.

„Take me“ atmet den Geist eines souligen R&B-Tracks aus dem Hause Motown und auch das von Diane Warren geschriebene „Only love can hurt like this“ ist ganz großes Retro-Kino mit satten Bläsern und polternden Drums. Doch dann geht dem Album so langsam die Luft aus. Plan Bs „Other woman“ und „Taste my own tears“ erwecken den Eindruck gut kopierter Standards, „Trouble with my baby“ könnte auch aus dem Fundus Caro Emeralds stammen und „The bigger you love (the harder you fall)“ ließe sich auch bei Amy Winehouse parken.

Freilich, das alles ist nicht schlecht und die Referenzen sind bis auf wenige Ausnahmen erste Sahne. Auch Paloma Faiths Stimme ist über sämtliche Zweifel erhaben. Und doch ist „A Perfect Contradiction“ am Ende ein wenig zu zahm, zu vorhersehbar und zu kalkuliert produziert, als dass sich daraus eine echte Sensation machen ließe.

Anspieltipps:

  • Take me
  • Can’t rely on you
  • Taste my own tears
  • Only love can hurt like this
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