Mike Oldfield - Man On The Rocks - Cover
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Mike Oldfield Man On The Rocks


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Schönste an „Man On The Rocks“: Das New-Age- und Ambient-Geklimper der 90er Jahre ist endlich vorbei!

Genau fünf Jahre nach „Music Of The Spheres” (03/2008) und einem Zeitraum, in dem der Markt mit zahlreichen Wiederveröffentlichungen aus dem umfangreichen Back-Katalog von Mike Oldfield gespeist wurde, legt der 60-Jährige mit „Man On The Rock“ das erste neue Material seit dem von den Bewegungen der Planeten im Sonnensystem inspiriertem Werk vor. Es ist Mike Oldfiels 25. Studioalbum, das weitgehend im malerischen Nassau auf den Bahamas entstand. Unterstützt wurde der 60-Jährige dabei von dem Produzenten Stephen Lipson (u.a. Pet Shop Boys, Frankie Goes To Hollywood, Paul McCartney, Simple Minds), erfahrenen Live- und Studiomusikern wie Leland Sklar (Phil Collins), John Robinson (Eric Clapton), Michael Thompson (Joe Cocker) und Matt Rollings (Mark Knopfler) sowie Luke Spiller, dem Sänger der Band The Struts.

Bereits an dieser Aufzählung ist zu erkennen, dass „Man On The Rocks“ diesmal kein Album eines einsamen Studiotüftlers geworden ist, der seine Hörer mit Electro-, New-Age- und Ambient-Klängen auf die Probe stellt. Es ist vielmehr das Ergebnis eines mehr oder weniger natürlichen Aufnahmeprozesses (die Studios in Nassau, London und Los Angeles waren per Skype miteinander verbunden), in dem klassische Pop/Rock-Songs im Fokus stehen, mit denen Mike Oldfield in den 80er Jahren den einen oder anderen Singlehit gelandet hat. Doch nicht nur deshalb fühlt sich der Hörer um drei Dekaden in der Zeit zurückversetzt.

Auf „Man On The Rocks“ wird weder an „Tubular Bells” (1973) angeknüpft, noch den vielen musikalischen Oldfield-Merkwürdigkeiten zwischen 1991 und 2008 gehuldigt. Mit seinem neuen Album positioniert sich der Engländer irgendwo zwischen erwachsener Popmusik und dem Classic-Rock-Segment, womit er sich bei seinen Fans sicherlich keinen Freifahrtschein abholen wird, kommen einem beim Hören doch Namen wie Chris de Burgh und Chris Rea in den Sinn. Aber muss „Man On The Rocks“ deshalb gleich verurteilt werden? Schließlich ist die Anziehungskraft von Singalongs wie „Sailing“ oder auch „Moonshine“ und Mega-Balladen („I give myself away“, „Castaway) immer noch ungebrochen, auch wenn diese hier und da zu sehr nach Schlager klingen.

Fakt ist dennoch, dass Mike Oldfield endlich mal wieder Kompositionen geglückt sind, die die Bezeichnung „Song“ verdienen und die mit Melodien ausgestattet sind, die auch als solche zu erkennen sind. Diese erreichen den Hörer mit süffigen Bläser- („Irene“) und Gitarrenriffs („Chariots“), wie eine sanfte Briese karibischer Seeluft („Minutes“) und als epische Hymnen („Nuclear“). Damit ist Mike Oldfield zwar immer noch nicht in der Nähe eines überragendes Albums, aber zumindest dem elendigen Ambient-Sumpf der letzten Werke entkommen.

Anspieltipps:

  • Irene
  • Sailing
  • Minutes
  • I give myself away
  • Following the angels
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