Blood Red Shoes - Blood Red Shoes - Cover
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Blood Red Shoes Blood Red Shoes


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das beste Blood-Red-Shoes-Album seit „Box Of Secrets“!

Eine kleine Riff-Maschinerie waren sie schon immer, die Blood Red Shoes aus der englischen Küstenstadt Brighton. Wer erinnert sich nicht an die Lawine aus druckvollen Gitarrensounds, die Laura-Mary Carter im letzten Drittel von „Don’t Ask“ lostritt? Oder an „ADHD“ vom bisher unübertroffenen Debüt „Box Of Secrets“ (2008)? Seitdem haben die Blood Red Shoes im annähernd gleich großen Abstand von zwei Jahren neues Material veröffentlicht, immer im Frühjahr, um während der anschließenden Festival-Saison mit frischen Songs glänzen zu können.

Das gelang dem Duo mit „In Time To Voices“ (2012), ihrem bisher letzten Album, nicht mehr ganz so überzeugend wie zuvor, was erste Befürchtungen hervorrief, die Blood Red Shoes befänden sich in einem Umbruch - weg vom durchdachten Krach, hin zum etwas gedämpften Alternative Rock. Wenn es tatsächlich so war, dann wurde dieser Umbruch spätestens während der ersten Sessions zur neuen Platte „Blood Red Shoes“ über Bord geworfen, denn was uns Laura-Mary Carter und Steven Ansell in diesem Jahr präsentieren, klingt roher und schmutziger als alles, was bisher ihren Proberaum verlassen hat.

Vielleicht lag es an Berlin bzw. Kreuzberg, wo die beiden ihre 12 neuen Songs aufgenommen haben, vielleicht aber auch an den neuen Arbeitsbedingungen. Immerhin entstand „Blood Red Shoes“ ganz ohne Vorgaben eines Produzenten. Das Album ist damit eine Liebeserklärung an das knarzende, raue Gitarrenspiel, wie es Garage-Rock-Bands zuweilen an den Tag legen. Oder wer hat beim gesanglosen Intro „Welcome Home“ nicht kurz die Luft an- und die Boxen festgehalten? Der Opener klingt wie ein Flammenwerfer, dessen Hitze sich durch weite Teile der LP zieht: „An Animal“ und „The Perfect Mess“ sind kochendheiße Blood Red Shoes-Kost, „Grey Smoke“ zeigt Laura-Mary Carter auf Alison Mosshart-Temperatur und „Far Away“ ist eine hinreißende Midtempo-Nummer, bei der es trotz bewusster Zurückhaltung keinerlei Abkühlung zu vermelden gibt. Nicht grundlos ziert ein Vulkan das Cover von „Blood Red Shoes“, ist es doch die beste Veröffentlichung dieser viel versprechenden (und viel einhaltenden) Band seit ihrem gefeierten Erstling. Und das ist nun doch eine Überraschung.

Anspieltipps:

  • The Perfect Mess
  • An Animal
  • Grey Smoke
  • Far Away

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