Hatcham Social - Cutting Up The Present Leaks Off The Future - Cover
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Hatcham Social Cutting Up The Present Leaks Off The Future


  • Label: O Genesis/Rough Trade
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Große Talente von Morgen oder Mittelmaß am Zenit? Hatcham Social verlieren mit Album Nr. 3 langsam ihren Neuling-Status.

Wenn Hatcham Socials neues Album erst mal anfängt, dann macht die Band gleich deutlich, welche Hörerschaft beglückt werden soll. Allerdings dauert es knappe acht Minuten, bis das Album aus dem ersten Gang hoch schaltet. Eine ruhige Akustik-Nummer, die sphärisch vor sich hin läuft und außer auf Ruhe auf nichts Anspruch erhebt. Danach ist die Regel allerdings mehr als deutlich. Innerhalb von drei Minuten wird eine Grundmelodie geradlinig ausgenutzt, sodass ohne Umschweife getanzt werden kann (optional wird natürlich auch lässiges Kopfnicken akzeptiert).

Tracks wie „All That I See Is A Gun“ und „Confessions Of An English Opium Smoker“ gehen keine großen Umwege und halten sich nicht an Abwechslung innerhalb eines Songs auf. Das ermöglicht einen leichten Zugang, muss allerdings auch über Melodie und/oder Beats getragen werden. Dies gelingt der Band mal besser und mal schlechter, wenn „Confessions Of An English Opium Smoker“ aufgrund fehlender Zugkraft nach nicht mal zwei Minuten an Fahrt verliert oder „More Power To Live“ allein durch eine simple Grundmelodie wohl auch fünf Minuten länger funktioniert hätte.

Diese Unbeständigkeit ist es auch, die den jungen Walisern stets einen Strich durch die Rechnung macht. Mit den richtigen Melodien und stärker mitreißenden Rock wäre dieses Album ein ordentliches Hallo. So fällt allerdings auf, dass die Band besonders dann groß auffährt, wenn die Tracks sich auf Melodien statt knackigen Rocksound konzentrieren. „Spirit Of '45“ und das phänomenal entspannte „Lion With A Laser Gun“ gewinnen dank zärtlichem Gesang und stimmigen Melodien, die im Gegensatz zu nicht ganz so trefflichen Rockern problemlos im Ohr bleiben.

Aber auch ruhige Melodien sind keine Garantie für Ohrenschmaus der Oberklasse. „All In The Moscow...“ plätschert harmlos aus den Boxen und auch der Closer „Don't Go To Sleep“ verliert sich in seiner Strukturlosigkeit. Die Rechnung geht dementsprechend sehr salomonisch auf, da fünf Lieder eher mausgraues Mittelfeld darstellen und stets daran erinnern, dass die andere, wirklich gute Hälfte (noch) nicht die Regel auf der neuen Hatcham Social-Scheibe ist. Es ist deswegen auch schwer festzumachen, ob man der Band ihr Potenzial nicht oder die Qualität zu Höherem letztlich absprechen möchte.

Anspieltipps:

  • Lion With A Laser Gun
  • Spirit Of '45
  • More Power To Live

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