Death Vessel - Island Intervals - Cover
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Death Vessel Island Intervals


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein herrlich verschrobenes Folk-Pop-Kleinod in der Tradition von Sigur Rós.

Der in Berlin geborene Amerikaner Joel Thibodeau alias Death Vessel legt mit „Island Intervals” seinen dritten Longplayer nach „Stay Close“ (09/2005) und „Nothing Is Precious For Us“ (08/2008) vor. Die Musik von Death Vessel ist grob sortiert im Indie-Folk-Pop angesiedelt und erscheint auf dem US-Kultlabel Sub Pop. Besonders hohe Wellen haben die Platten von Death Vessel zwar noch nicht geschlagen, aber angesichts der aktuellen Gender-Diskussionen könnte interessant sein, dass Joel Thibodeau nicht nur mit einem auffallend jugendlichen (weiblichen) Äußeren auftritt, sondern auch stimmlich als Mädchen durchgeht, das sich in den Tölzer Knabenchor verirrt hat.

Dazu passt wie die Faust aufs Auge, dass sich Thibodeau nach Tourneen mit Jónsi und Sigur Rós (deren Gesang mindestens ebenso markant kindlich ist) für drei Monate nach Reykjavik auf Island zurückzog, wo er zusammen mit dem Produzenten Alex Somers an seinem dritten Album „Island Intervals“ arbeitete. In dieser Atmosphäre gelang Death Vessel ein herrlich verschrobenes Folk-Pop-Kleinod, das voll und ganz in der genial-schrägen Tradition der Sigur-Rós-Werke steht.

Auf dem bis jetzt mit Abstand besten Death-Vessel-Album taucht Joel Thibodeau in märchenhafte Klangwelten ein, die der mysteriösen Aura Islands Rechnung tragen. Mit (Achtung: Klischee!) elfenhaften Gesängen, einer organischen Instrumentierung (Orgel, Piano, Gitarre, Bass, Drums) sowie verspielten Melodien und Geräuschen, kommt er an die Intensität Sigur Rós‘ zwar noch nicht ganz heran, doch atmosphärisch ist „Island Intervals“ ein unbedingter Anwärter, um den unwirklichen, von gespenstisch bis schön reichenden Sound-Landschaften der Isländer Paroli zu bieten.

Anspieltipps:

  • Ejecta
  • We agreed
  • Ilsa drown
  • Triangulated heart

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