Kid Simius - Wet Sounds - Cover
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Kid Simius Wet Sounds


  • Label: Jirafa Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 32 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Robert Rodriguez ein Pulp-Fiction-Remake machen würde, wäre Kid Simius' „Wet Sounds“ ein passender Soundtrack.

Kid Simius ist in Deutschland kein unbeschriebenes Blatt. Spätestens seit seiner Mitarbeit an Marsimotos „Grüner Samt ist der gebürtige Spanier hierzulande bekannt. Mit „Wet Sounds“ kommt nun das erste größere Release des Südeuropäers auf den Markt. Wer nun ein übliches Album erwartet, liegt jedoch falsch. Kid Simius hat nicht den Sänger in sich entdeckt oder will in diverse Fußstapfen seiner Rap-Freunde treten, sondern präsentiert mit „Wet Sounds“ vielmehr einen knackigen Soundtrack, der Einblick in das musikalische Seelenleben eines Produzenten gewährt.

Wäre da nicht ein Siriusmo-Remix, dann wäre der Erguss nur gut eine halbe Stunde lang. Während dieser kurzen Zeit jedoch zaubert Kid Simius so viele Ideen aus der Tolle, dass man der Platte einfach nur seinen Segen geben möchte. Das Ergebnis nennt der Künstler selbst „Surf ´N´ Bass“ und wenn der gleichnamige Track, „Matador“ und „El Pastor“ erklingen, kann man sich auch gut eine lateinamerikanische Electro-Version von Pulp Fiction vorstellen.

Trotz der spanischen Wurzeln bedient sich Kid Simius allerdings besonders gerne beim Reggaeton, wenn nicht gerade Surfer-Gitarren verarbeitet werden. Die Partystampfer in Gestalt von „Hola Chica!“ und „Now You Should Ride It!“ sind dabei zu jeder Zeit relaxt und reißen dank der Rhythmen mit. Wenn dann noch Surf und Südamerika in „Costa Del Sol“ gekonnt verbunden werden, kann man vor dem Gespür dieses Musikers nur seinen Hut ziehen. Bezeichnenderweise ist der Siriusmo-Remix zum Abschluss die einzige Schwäche des Albums.

Neben den voll ausgereiften Dancehall-Nummern, lässt sich Kid Simius aber auch einfach mal mit quietschiger Synthie-Musik aus („Aventura Espacial“), macht einen auf Morricone („El Pastor“) oder schüttelt, Reggaeton-Rhythmen sei Dank, mit „Recorded In Hawaii“ eine verboten gute Mixtur aus dem nicht vorhandenen Ärmel. Auf „Wet Sounds“ fabriziert der jetzt auch als Solo-Musiker profilierte Kid Simius einen kurzen, aber schlichtweg genial tanzbaren Reigen. Allein ein passenderes Cover darf beim nächsten Mal die Hülle zieren.

Anspieltipps:

  • Costa Del Sol
  • Hola Chica!
  • Recorded In Hawaii

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