Ziggy  Marley - Fly Rasta - Cover
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Ziggy Marley Fly Rasta


  • Label: V2/H'ART
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine nette Untermalung für den bevorstehenden Sommer.


Ziggy Marley beginnt sein fünftes Soloalbum „Fly Rasta“ mit einem Raketenstart, nur um im nächsten Moment klarzustellen, dass er eigentlich doch viel lieber auf der Erde bleiben möchte. „I don’t wanna live on Mars”, singt der älteste Sohn von Bob Marley, beschwingt von einem Reggae-Sound, der nicht viel mit dem Roots Reggae gemein hat, den sein Vater einst mitprägte. „Fly Rasta“ ist so vielseitig wie die Liste der Musiker, die an den zehn neuen Songs mitgewirkt haben. Da hätten wir (ehemalige) Mitarbeiter von Sting, Tom Petty und Willie Nelson, aber auch von Norah Jones, Beck und Lana Del Rey. Was für Referenzen und Einflüsse hier aufeinanderprallen! Das kann nur im Sinne dieser multikulturellen Ausstrahlung sein, die Reggae-Musik seither mit sich bringt.

Im Rahmen eines Albums und mit der Absicht, ein stringentes Werk zu schaffen, ist die Koordination vieler stilistischer Ausrichtungen dagegen ein Unterfangen, das auch mal schieflaufen kann. Auf „Fly Rasta“ gelingt Ziggy Marley meistens das Kunststück, die Zügel irgendwie zusammenzuhalten. Nur hin und wieder wirken seine Kreationen etwas artfremd und dürften in dieser Form traditionsbewusste Reggae-Fans eher verschrecken als erfreuen. Die übertrieben emotionalen Streicher in „Lighthouse“ fallen in diese Kategorie, ebenso „Sunshine“ und „You“, bei denen die Floskel „weniger ist mehr“ eine durchaus hilfreiche Einschränkung gewesen wäre.

Was allerdings schwerer wiegt als diese paar bewussten Abzweigungen vom Konsens, ist das zugrundeliegende Songwriting. Von dieser Seite her betrachtet, überzeugt „Fly Rasta“ nicht immer. Neben dem spritzigen Opener „I Don’t Wanna Live On Mars” befinden sich mit dem energiegeladenen Titeltrack, dem Ohrwurm „Moving Forward“, dem flippigen „So Many Rising“ und der Liebeserklärung „You’re My Yoko“ nur noch vier weitere wirklich gelungene Stücke auf „Fly Rasta“. Die anderen fünf Titel sind ebenfalls vielseitiges, aber doch eher unspektakuläres Material, das zwar in Ordnung geht, aber auch niemandem Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Insgesamt ist das zu viel, um Ziggy Marley gleich sein Händchen für exzellente Reggae-Songs abzusprechen, aber bei einem sechsfachen Grammy-Gewinner wäre dann doch etwas mehr zu erwarten gewesen. Eine nette Untermalung für warme Sommertage ist „Fly Rasta“ aber trotzdem geworden.

Anspieltipps:

  • I Don’t Wanna Live On Mars
  • So Many Rising
  • You’re My Yoko

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