Steve Nieve - Together - Cover
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Steve Nieve Together


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Steve Nieve nutzt seine Verbindungen als Produzent und lebt verschiedenste Gelüste aus... - Hoffen wir, dass es wenigstens ihn selbst unterhalten hat.

Steve Nieve ist einer dieser Künstler, die von sich behaupten können, mit Gott und der Welt zusammengearbeitet zu haben. Wenn der Keyboarder zwischen all seinen Gastauftritten Zeit für Soloalben findet, dann folgt er dem Credo seiner Karriere und lädt sich jede Menge Musiker ein, wobei er sich einen feuchten Kehricht um verschiedene Genres und unkonventionelle Ideen schert. Merkwürdig versetzte und gemischte Spoken-Word-Stücke treffen auf orchestrale Arrangements und altbacken klingenden Prog-Rock. Steve Nieve gibt sich der Aussprache seines Künstlernamens ganz naiv und lässt einen wahren Cluster auf Hörer los.

Art-Pop in „Vertigo“, eine Piano-Ballade mit Sting („You Lie Sweetly“) und Classic-Rock in „Tender Moment“ sind nur Momentaufnahmen eines durchgehend wechselhaften Albums. Die zweite Hälfte streut zum Abschluss plötzlich drei französische Tracks ein, die abermals zwischen Ballade, Soft-Rock und Radio-Pop variieren. Wie Nieve zu solchen Tracks dann noch auf Synthesizer und Klänge seines Keyboards setzt, die in den 90ern das letzte Mal modern waren, wird man sich als Hörer der Stilausrichtungen bewusst.

Bei all den Gästen vergisst Nieve dann jedoch, einigen Liedsorten eine eigene Note zu verschaffen. Die Piano-Balladen sind meist miteinander austauschbar und allein „I Do Not Miss You“ sticht dank einer funktionierenden Melodie hervor, die nicht allein aufs Experimentieren ausgelegt ist. Aufgrund der vielen Spielereien gehen die eigentlichen Lieder wie in „Vertigo“ zumeist unter und weichen aufdringlichen, aber selten funktionierenden Ideen. Mit einer klareren Linie könnten voran preschende Rocksongs der Marke „Life Preserver“ eine eigene Liga für sich beanspruchen. So jedoch ist das Ergebnis zwar voller Energie, doch letztlich mehr befremdlich als alles andere.

„Together“ bringt zwar viele Musiker und Musikstile zusammen, schafft es allerdings nicht, daraus ein Ganzes zu kreieren. Wild und ohne erkennbares System springt das Album zwischen Stilrichtungen hin und her und setzt dabei keinerlei Ausrufezeichen. Wer hingegen herausfinden möchte, wie Piano-Balladen und alternative Pop-Musik mit 90er-Beigeschmack klingen können, der darf „Together“ als interessanten Sandkasten ansehen. Doch selbst als Museumsstück ist dieses Album nur Nischengängern zu empfehlen, da durchschnittliche Texte und Melodien letztlich über den aufkeimenden und interessanten Experimenten stehen.

Anspieltipps:

  • La Plus Jolie Langue
  • Conversation
  • Tender Moment

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