Lydia Loveless - Somewhere Else - Cover
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Lydia Loveless Somewhere Else


  • Label: Bloodshot/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Lydia Loveless gibt sich äußerlich mit neuem Look, doch ihre Art von Country ist weiterhin zu brav und vorsichtig, um tatsächliche Veränderungen hervorzurufen.

Wer erinnert sich noch an die vielen Shania Twain-Tracks zwischen den großen Hits? Richtig, nicht viele Menschen! Die natürliche und durchaus charismatische Lydia Loveless aus dem politischen Entscheidungsstaat Ohio verkörpert geradezu stereotypisch, was der amerikanischen Heimatliebe in den Mund gelegt wird. Anstatt knallhartem Patriotismus und Weltschmerz gibt sich Loveless lieber dem Beziehungscountry mit Pop-Attitüde hin. Im Grunde ist das nicht verkehrt, doch Liebesgeschichten gibt es viele und Lydia Loveless verpasst es, ihre Liebeslieder zu etwas Besonderem zu machen.

Wer das Album stichelnd „10 Umschreibungen für Liebe“ nennen möchte, dem ist dieser Vorwurf kaum zu verübeln. Ohne großartige Abwechslung und mit den scheinbar immer gleichen Gitarrenakkorden erzählt uns Loveless zwar nichts vom Pferd oder dem ebenfalls oft genannten Krieg, doch dafür reihen sich ihre Liebeslieder ohne großen Schmerz, Welt verbesserndes Glück und einprägsame Melodien in den Wust an Pop-Romantik ein. Hier und da lässt sich in „Hurts So Bad“ und „Somewhere Else“ eine tatsächlich unterscheidbare Herangehensweise ausmachen und die Akustikballade „Everything's Gone“ muss im Kontext dieses Albums nahezu als revolutionär gelten.

Wenn es eine Schnittmenge für seichte Popmusik mit Country-Einschlag gibt, dann klingt sie wahrscheinlich wie „Somewhere Else“. Frei von Ohrwürmern und Momenten, die letztlich im Herz bleiben, kann Loveless' Musik nicht viel erreichen. Wenn der Hintergrund für Country-Freunde angenehm mit Musik gefüllt werden soll, ist „Somewhere Else“ eine sichere Wahl, doch ganz gewiss kein Album, nach dem sich Fans oder Neulinge die Köpfe verdrehen werden.

Anspieltipps:

  • Everything's Gone
  • Hurts So Bad
  • Wine Lips

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