Crippled Black Phoenix - White Light Generator - Cover
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Crippled Black Phoenix White Light Generator


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 71 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Können Crippled Black Phoenix überhaupt schlechte Musik machen?

Crippled Black Phoenix machen seit jeher, was ihnen gefällt. Alben werden quantitativ vollgestopft, Stile wild durcheinander geworfen und auf knackig auf den Punkt gebrachte Prog-Rocker folgen ausufernde, am Classic-Rock orientierte Stücke. In diesem Sinne bleibt die Band sich auch mit „White Light Generator“ treu und kann trotzdem hoffen, durch den eigenen Freigeist erneut überraschen zu können. Dass die Band wirklich schlechte Musik machen kann, glaubt sowieso niemand mehr. Wenn ihnen etwas zur Last gelegt werden kann, ist es die manchmal vorherrschende Ziellosigkeit.

Und auch auf der neuen Scheibe bringen die insgesamt sieben Bandmitglieder nur wenig auf den Punkt. Warum sonst beginnt das Album mit einer Folk-Western-Ballade und präsentiert dann einen in sich schlüssigen Prog-Rock-Song mit „No! Part 1“, nur um den Song zumindest gedanklich an den knapp 10-minütigen zweiten Teil zu ketten? Die erste Hälfte des „No! Part 2“ ist dabei eine Ode an Rockmusik aus alten Tagen, bevor der Track zurück in die Muster des vorigen Tracks verfällt und man sich fragt, warum die Band nicht einfach ein großes Stück gestaltet hat oder das Lied gleich in drei oder vier Teile unterteilt hat.

Auch Songs wie „Let's Have An Apocalypse Now!“ und „Parasites“ wecken großteils eher das Gefühl, ein Hardrock-Album zu hören. Das ist an und für sich natürlich nichts Schlechtes, doch die progressiven Elemente innerhalb solcher Lieder und komplett auf Prog-Rock gestimmte Songs lassen die doch sehr geradlinig gestrickten Tracks auf „White Light Generator“ ein wenig stumpf und erstaunlich unflexibel wirken. Die Leichtigkeit des ruhigen „Caring Breeds The Horror“ und auch des Western orientierten „You'll Be Murdered“ ist während der Hardrock-Stücke kaum auszumachen. Vielmehr wirken die auf Hardrock getrimmten Lieder bleiern und verpassen es, Ideen oder Dynamik zu transportieren. Nur selten kommen Tracks wie „Northern Comfort“ , „Black Light Generator“ und die gelungene Überlängennummer „We Remember You“ heraus“.

In solchen Momenten denkt man an die Großtaten der Band zurück, der langsam die zündenden Ideen auszugehen scheinen. Zwar verlieren sich die Crippled Black Phoenix nicht in Geschmacklosigkeit und fehlgeleiteten Soundscapes, doch knapp der Hälfte des Albums scheint die Bestimmung zu fehlen. Die Lieder sind einfach da und können die Sphären dieser Band zu keinem Moment ausbauen. Gefällige Unterstützung der geglückten Nummern, wäre noch eine leicht euphemistische Bezeichnung des Openers oder eines „Wake Me Up When It's Time To Sleep“. „White Light Generator“ ist weder ein groß angelegter Rock-Epos, noch eine fokussierte Erfahrung. Es ist der Ideenschatz einer Band, die weiß, was sie tut, wenn sie nur weiß, was sie tun will. Genau diese ursprüngliche Intention scheint dem neuen Album jedoch zu oft abzugehen.

Anspieltipps:

  • No! Part 1
  • Caring Breeds The Horror
  • We Remember You

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