Finner - The Seaside Stories - Cover
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Finner The Seaside Stories


  • Label: Greywood Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Finner traut sich allein vor die Massen und lässt dabei kompromisslos seine Liebe zu britischer Popmusik durchschimmern.

Everlaunch-Frontmann Finner will sich als Solist versuchen. Fans der Pop/Rock-Band können allerdings davon ausgehen, dass das Ergebnis ähnlich einer Judith Holofernes recht nah am Band-Klang bleiben wird. Ein wenig ruhiger geht es auf „The Seaside Stories“ schon zu, doch wozu startet man auch sonst ein Soloprojekt, wenn es nicht ein wenig eigener klingt. Eigener heißt in diesem Fall intimer, aber die Liebe zum Brit-Pop/Rock bleibt weiterhin die Triebfeder Finners Musik.

Abgesehen davon, dass viele der Lieder zumindest über weite Strecken auf Breitbandklang verzichten und akustischer und minimalistischer klingen, könnte der Unterschied zum letzten Everlaunch-Album „Number One“ tatsächlich untergehen. Diese Tracks profitieren vom weniger auf Pop und Rock fokussierten Sound und spielen mit Einflüssen aus Folk („Don't Get Me Wrong“) sowie schöner Singer/Songwriter-Kunst in „Going Home“. Zusammen mit „Oh, Wanderlust!“ ist die gediegene Seite des Albums zwar nicht mit Abstand die stärkste, aber die interessanteste. Pop/Rock in Form von „Brotherly Love“ und „Barricade“ wäre so auch von Everlaunch zu erwarten gewesen und spätestens die Rip-Off-Hymne „Halfway“ ist gutes Cover-Mittelmaß.

Die Stärke dieser Standardware ist abermals die konsequente Umsetzung, sodass „Stormy Skies“ und „Lost In The Sea“ auch ohne besondere Eigenheiten ihren Zweck erfüllen und den warmen Klang Finners untermauern. Bis zum Ende stellt sich die Frage, ob die ruhigeren Momente so nicht auch auf ein Album seiner Stammband hätten gepresst werden können. Eine Soloplatte hätte es hierfür nicht zwingend gebraucht. „The Seaside Stories“ ist gefällige Musik, der im Vergleich zu Everlaunch vielleicht die nötige Konzentration fehlt. Hier und da wirken die durchweg melodiös gelungenen Lieder etwas deplatziert und somit wirkt dieses Solodebüt mehr wie eine unausgewogene Mischung der Ideen eines Sängers, der sich ohne die Zusammenarbeit mit seiner Band austesten wollte. Dieses Experiment ist nicht fehlgeschlagen, doch eine Steigerung zur Musik mit der Gruppe ist es auch (noch) nicht geworden.

Anspieltipps:

  • Oh, Wanderlust!
  • Brotherly Love
  • Going Home

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