Saxon - St. George´s Day Sacrifice: Live In Manchester - Cover
Große Ansicht

Saxon St. George´s Day Sacrifice: Live In Manchester


  • Label: UDR/EMI
  • Laufzeit: 121 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die reifen Herren des Heavy Metal begeistern weiterhin die Fan-Massen.

2013 war ein verdammt gutes Jahr für Saxon. Das Album „Sacrifice“ war, wie die dazugehörige Tour, ein voller Erfolg und ein paar enthusiastische Label-Bosse rochen die Gelegenheit, das großteils bereits bekannte Songmaterial nochmals als „Unplugged And Strung Up“-Album auf den Markt zu werfen. Wirkliche Demut in Sachen Verkaufsstrategien hält deswegen trotzdem nicht Einzug. Keine vier Monate sind vergangen und schon steht der nächste Silberling von Saxon in den Regalen. Auch dieses Mal gibt es lauter bekannte Tracks zu hören, doch da es sich um eine „richtige“ Live-Platte handelt, hat „St. George's Day Sacrifice“ eine formidable Ausrede für das Song-Recycling.

Abgesehen davon, dass die inzwischen etwas betagten Herren nicht unbedingt interessante Ansprachen zwischen den Liedern liefern und ihre Fixierung auf Youtube-Klicks zu ihren Tracks eher belustigend wirkt, können Saxon weiterhin durch ihre Kernkompetenz überzeugen. Musik machen die Briten inzwischen seit beinahe 40 Jahren und auch wenn sie stilistisch nie allzu viel ausprobiert haben, gehören Saxon in der Liga des Heavy Metal dennoch zu den Spitzenkräften. „Crusader“ rockt auch 30 Jahre nach Erscheinen ordentlich und auch der hallende Live-Sound kann daran nichts ändern.

Überhaupt hat die Band mit dem durchweg guten Material des letzten Albums „Sacrifice“ sowie ihren Klassikern eine treibende Mischung gefunden, der nur selten die Puste ausgeht. Auf der ersten Scheibe hängen die Herren hier und dort ein wenig durch, was in erster Linie daran liegt, dass das Tempo unnötigerweise gedrosselt wird. „Night Of The Wolf“, „Made In Belfast“ und „Wheels Of Terror“ sind eben auch nur das gehobene Mittelmaß des letzten Albums, welches während der zweiten Hälfte komplett wegfällt. Da zwängt sich nur das etwas schematische „Denim And Leather“ ein wenig prähistorisch und patriotisch in den Vordergrund.

Was letztlich diesen Rockreigen zu einem „nur“ guten, wenngleich für melodisch veranlagte Heavy-Metal-Freunde äußerst unterhaltsamen Erlebnis macht, ist die Soundqualität. Live verliert der Druck der Musik ein paar knackige Level, sodass über das Prädikat „Heavy“ durchaus gestritten werden darf. Weder die Instrumente, noch der Gesang, profitieren von der Live-Atmosphäre. Dadurch kann das Album keinen echten Mehrwert liefern. Mit einem besseren Sound hätte der „St. Gregor's Day“ in Manchester ein lebendiges Fest für die Fans werden können. So handelt es sich nur um eine passable Aufnahme guter Musik, die am besten über die Studioalben genossen wird.

Anspieltipps:

  • Crusader
  • Sacrifice
  • Never Surrender

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
Diskutiere über „Saxon“
comments powered by Disqus