Throwdown - Intolerance - Cover
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Throwdown Intolerance


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 29 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Kotelett wird wie anno 2003 geklopft - doch leider ist dies nur ein kurzes Vergnügen.

Neben Killswitch Engage oder Lamb Of God sind es auch Throwdown gewesen, die die NWoAHM (New Wave of American Heavy Metal) in der ersten und zweiten Hälfte der Nullerjahre geprägt haben. Mit insgesamt 17 Jahren Bandkarriere kann man daher gut und gerne von alten Hasen sprechen. Dass dann und wann die Luft raus ist und/oder sich eine Gruppe selbst finden muss, ist oftmals eine logische Konsequenz. Damit sahen sich die Jungs um den Straight-Edge-Asketen Dave Peters konfrontiert, als sie ihren Sound von Metalcore immer weiter in Richtung Thrash Metal klopften. Bevor man der Band nun vorwerfen kann, zu stagnieren oder ihre eigenen Wurzeln zu verleugnen, zieht diese nun die Notbremse und macht Tabula rasa. Ihr siebter Longplayer „Intolerance“ will wieder das gewohnte Throwdown-Erlebnis der frühen 2000er sein, schießt allerdings leicht über das Ziel hinaus.

Mit knapp 29 Minuten liegt „Intolerance“ unter der magischen Grenze von einer halben Stunde - wenn auch nur knapp. Während sich viele Fans noch zu Zeiten von „Venom And Tears“ (2007) fragten, warum eine Band dieses Schlages ein fast einstündiges Album herausbringt, sollte es dieses Mal das genaue Gegenteil sein. Natürlich kann man als Gegenargument nennen, dass Throwdown nicht viel Zeit brauchen, um ihren Standpunkt klar zu machen, allerdings machen sie es auf „Intolerance“ auch nicht großartig anders als in der Vergangenheit. Zurück zu dem Sound der Alben „You Don’t Have To Be Blood To Be Family“ (2001) oder „Haymaker“ (2003) soll es wieder gehen. Und das klappt ohne Frage. Mehr Core, weniger Thrash lautet die Devise - der abermalige Stilwechsel wurde immerhin von Anhängern der US-Amerikaner nicht nur ein Mal gewünscht. Das hat zu Folge, dass die elf Songs auf „Intolerance“ wenig Anlaufzeit brauchen, um richtig in Fahrt zu kommen, dem Hörer schließlich gehörig die Fresse polieren und der Spuk dann genau so schnell wieder vorbei ist, wie er angefangen hat. Der imaginäre Moshpit produziert mal wieder Schwerverletzte, aber das war in Sachen Throwdown schon immer so. Aus diesem Grund sind Songs wie „Fight Or Die“, „Defend With Violence“ oder „Without Weakness“ beinahe eine Pflichtkür, während die Doublebassmonstrosität „Hardened By Consequence“ oder Groove-Metaler in Form von „Avow“, „Cut Away“ und dem tonnenschweren „Born And Buried Alone“ die Ausnahme bleiben.

Da steckt „Intolerance“ zum Teil richtig in der Patsche: Die glorreiche Zeit von damals kann es entgegen der eigenen Ansprüche nicht wiederholen, ein zünftiger Core-Happen dagegen wird ohne Frage geboten. Dennoch ist der Langzeitspaß nur ausreichend und allenfalls auf der Bühne noch interessant. Durch die beinahe schon dummdreiste Spielzeit von unter 30 Minuten hat man sich rasch immer und immer wieder gehört. Nun darf man nicht von einer Band erwarten, dass sie einen Bandklassiker praktisch wiederholen, am besten noch eins zu eins. So läuft das einfach nicht und das sollte auch niemand erwarten. Doch am Ende schwingt dann doch immer dieses „das klingt zwar nicht schlecht, aber sie haben es doch schon besser hingekriegt“ mit. So manchem Hörer wird das reichen, doch wer den zünftigen Mix aus Old-School-Hardcore und Metal richtig auf die Ohren bekommen will, findet eine weitaus stärkere Konkurrenz in den eigenen Reihen.

Anspieltipps:

  • Avow
  • Hardened By Consequence
  • Cut Away
  • Born And Buried Alone

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