Pharrell - G I R L - Cover
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Pharrell G I R L


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch ist kein Sommer, aber das Gute-Laune-Album dazu ist schon da!

Mit den Animationsfilmen „Despicable Me 1+2” („Ich – Einfach unverbesserlich“) aus den Jahren 2010 und 2013, haben die Universal Filmstudios zwei Blockbuster gelandet, die an den weltweiten Kinokassen erfolgreich waren. Mit dem auf dem Soundtrack zum zweiten Teil von „Despicable Me” (06/2013) enthaltenen Song „Happy“ von Pharrell Williams (40), fiel sogar noch ein überraschender Singlehit ab, der zum einen für einen Oscar nominiert wurde, zum anderen in 14 Ländern auf den ersten Platz der Airplay-Charts kam, sich millionenfach verkaufte und fast ohne Ausnahme die Single-Charts auf der ganzen Welt anführte.

Damit hatte Pharrell Williams erneut unter Beweis gestellt, dass er im Augenblick zu den angesagtesten Produzenten und Künstlern der vergangenen 12 Monate zählt und zu Recht vier Awards bei der 2014er Grammy-Verleihung abgeräumt hat. Denn allein mit seinen Kollaborationen mit Kendrick Lamar, Daft Punk („Get lucky“) und Robin Thicke („Blurred lines“) hat der 40-Jährige das Musikjahr 2013 entscheidend geprägt und sich wieder ins Gespräch gebracht, nachdem seine Produktionen und Songs (z.B. für Madonnas 2008er „Hard Candy“-Rohrkrepierer) zunehmend austauschbarer und ideenloser wirkten.

Ebenfalls nicht zu vergessen ist der Flop mit seinem ersten Soloalbum „In My Mind“ (06/2006), das lange angekündigt war, häufig verschoben wurde und am Ende eine ganz große Enttäuschung war. All das ist vergeben und vergessen. Und so trat Columbia Records an Pharrell heran, um ihn um einen Longplayer für das Label zu bitten. Normalerweise verhält es sich im Musikgeschäft genau andersherum. Daran lässt sich der kommerzielle Wert erkennen, den sich Pharrell als Künstler zurückerkämpft hat. Und zwar hauptsächlich mit Musik, die gute Laune erzeugen soll und dazu 70er Jahre Soul und Funk mit R&B-Grooves und poppigen Melodien verbindet. Wer dabei nicht an die jungen Michael Jackson oder Stevie Wonder denkt, hat irgendetwas verpasst.

Auf der Gästeliste von „G I R L“ stehen mit Justin Timberlake, Timbaland und Daft Punk die üblichen Verdächtigen aus dem Kreativ-Kosmos des Amerikaners. Mit Miley Cyrus, Alicia Keys, Kelly Osbourne, JoJo, Rhea Dummett und Leah Labelle erhält der Albumtitel zudem weitere Nahrung. Denn „G I R L“ ist eine einzige Hommage an das weibliche Geschlecht, das sich für Herrn Williams selbstverständlich freiwillig nackig macht und den Bademantel vom Leib reißt. Kein Wunder, dass man(n) da gute Laune bekommt – befeuert von den Klängen, in die sich die Hörer schon bei „Get lucky“ und „Happy“ verliebt haben.

Dadurch ist „G I R L“ ein luftiges und unbeschwertes Popalbum, das den Moment der Zeit nutzt und in seinen zehn Tracks all das vereint, was bei den Hörern anno 2014 nachgewiesenerweise funktioniert, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. Denn langweiligen Begattungs-R&B à la R. Kelly, wie in „Lost queen“ vorzufinden, will nun wirklich niemand mehr hören. Dagegen ist der gesamte Rest des Albums im allerbesten Sinn leichte Unterhaltung, die perfekt inszeniert wird, ohne den Konsumenten mit Kunst, die keine ist, sowie Bombast zu überfahren. Damit macht Pharrell Williams alles richtig und empfiehlt sich für die nächsten Aufgaben als Produzent und Songschreiber.

Anspieltipps:

  • Gush
  • Happy
  • It girl
  • Marilyn Monroe
  • Know who you are
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