Lyla Foy - Mirrors The Sky - Cover
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Lyla Foy Mirrors The Sky


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Weiblicher Indie-Pop-Nachwuchs aus London, untergebracht auf einem US-Kultlabel. Das bedarf einiger Aufklärungsarbeit.

Die britische Songschreiberin Lyla Foy begann ihre Karriere ursprünglich mit einem Band-Projekt namens Wall, entschloss sich dann aber, lieber unter ihrem bürgerlichen Namen weiterzumachen, obwohl sie als Wall bereits die Songs „No secrets“ und „Magazine“ auf den Markt gebracht hatte und dafür in England euphorische Reaktionen erntete. Trotzdem musste die Band sterben. Ihre Band-Kumpels von Wall, Dan Bell (Gitarre, Keyboards), Oli Deakin (Bass, Keyboards) und Andy Goodall (Drums), sind dennoch bei Lyla geblieben und halfen an dem Debüt-Longplayer „Mirrors The Sky“ mit, das nun via Sub Pop auf den Markt kommt.

Lyla Foy bietet auf „Mirrors The Sky“ melancholisch-verträumten Elektro-Pop, der streckenweise gar nicht mal so elektronisch klingt. So ist der Opener „Honeymoon“ auf der einen Seite eine hypnotische Ballade mit zartem Gesang, aber nur minimalen Zutaten aus der Effektschublade, während Track Nummer zwei, „I only“, auf der anderen Seite schon eher mit Synthies und Loops arbeitet, ohne dabei, wie schon im Eröffnungsstück, auf eine schöne Melodie zu verzichten.

Mit dieser Taktik fängt Lyla Foy den Hörer mit Wohlklang und ihrer zuckersüßen Gesangsstimme ein und zaubert dabei auch bei den darauffolgenden acht Tracks ein ums andere Mal traumwandlerische Harmonien aus dem Hut („Impossible“). Die in der Regel sehr leise wirkenden Songs wurden dazu minimalistisch arrangiert und bedürfen schon deshalb Aufmerksamkeit, da sie sonst unterzugehen drohen. Denn Lyla Foy und ihre Band verzichten fast vollständig auf Effekthaschereien und verlassen sich einzig und allein auf die Wirkung ihres verblüffenden Verständnisses für ansteckende Melodien.

So denkt man angesichts von Songs wie „Rumour“ oder auch „Someday“ gerne an die Stimme (Nina Persson) und den Klang der Cardigans und weniger an die schwer angesagten Minimal- und Dream-Pop-Bands von der britischen Insel. Vielleicht reagiert die englische Musikpresse auch deshalb ein wenig verschnupft auf das Debütalbum von Lyla Foy und lässt den Hype-Zeigefinger stecken. Schaden kann es der Musik von Lyla Foy jedenfalls nicht.

Anspieltipps:

  • I only
  • Warning
  • Someday
  • Impossible
  • Honeymoon
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