Max Cooper - Human - Cover
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Max Cooper Human


  • Label: Fields Records
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Experimentelle Frische und Tradition auf einer Platte.

Als Genforscher in London war Max Cooper tätig, bevor er sich dazu entschied, das Musikmachen zum Hauptberuf auszuweiten. Damals arbeitete er tagsüber und widmete sich nachts der Musik und dem DJ-ing, veröffentlichte zwischen 2008 und 2010 unter anderem auf der Kölner Techno-Instanz „Traum Schallplatten“. Wie bei so vielen Leuten aus der Elektro-Szene, die sich mit einzelnen EPs und Singles einen Namen gemacht haben, kommt Coopers Debüt spät. Erst nach ungefähr 15 Jahren, die er schon als Produzent, sei es als Hobby oder angesehener Vollzeitmusiker, tätig ist, erscheint „Human“.

Dafür fährt Cooper komplett neues Material auf. Nur zwei Tracks aus der jüngeren Vergangenheit hat er für das Album übernommen: „Numb“ mit Kathrin deBoer, mit der sich Cooper auch für neue Tracks zusammengesetzt hat, und „Automaton“, seine zerhackte Version von Braids' „Lammicken“, die nichts ihrer träumerischen Qualitäten verloren hat. Dass er sich mit sphärischem Elektro, speziell Techno, auskennt, hat Cooper in der Vergangenheit bereits bewiesen.

Plätscherndes Harfenspiel („Woven Ancestry“), basslose Breakbeats („Adrift“), Störgeräusche („Seething“) und offensichtlicher Einfluss von klassischer Musik machen es nicht leicht, Coopers Werk in einem Genre zu verorten. „Human“ lässt sich jedoch zweifellos einreihen in die Riege experimenteller Künstler wie Aphex Twin, Sigur Rós oder auch Emmanuel Santarromana zu seiner verspielteren „Metropolitain“-Zeit. Die Faszination, die Cooper offensichtlich auch für kalte Breakbeats hegt und in „Impacts“ den Hörer mal aufreibt, bei „Adrift“ mal eine kontrastierende Funktion zu deBoers Soul-Stimme einnimmt, lässt auch Vergleiche zu Teilen der Breakcore-Szene um Venetian Snares und Benn Jordan zu.

Trotz all dieser Vergleiche, vor keinem muss sich Cooper wirklich verstecken. Mit der eigenen Techno-Tradition im Rücken, seiner klinisch präzisen Art, Breaks zu zerstückeln und wieder zusammenzusetzen, und dem Mut zum Experiment sind zwar gegenüber solcher Namen auch keine Alleinstellungsmerkmale, doch Cooper hat mehr als nur den Fuß in der Tür. 2014 können soweit nur wenige mit ihm mithalten.

Anspieltipps:

  • Woven Ancestry
  • Adrift
  • Seething

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