Eels - The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett - Cover
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Eels The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Scheidung. Tod. Verlust. Das ganze Elend ist zurück und Mark Oliver Everett leidet wie eh und je.

Nur 14 Monate nach dem „Wonderful Glorious”-Album (02/2013), auf dem Mark Oliver Everett mitteilte, dass es ihm nach seinen persönlichen Katastrophen der vergangenen Jahre wieder gut gehe, steht mit „The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“ das nächste Werk des kauzigen 51-Jährigen an, auf dem die dunklen Wolken in Everetts Texte und Musik vielleicht so bedrohlich und bitter wie noch nie zuvor zurückgekehrt sind. Scheidung. Tod. Verlust. Das ganze Elend ist wieder da. Deshalb ist nun bereits wieder Schluss mit der guten Laune des vergangenen Jahres. Ab sofort wird gnadenlos gelitten. Und wer sich traut, ohne dabei selbst depressiv zu werden, leidet mit.

Auch wenn es dämlich klingen mag, um den Eels-Boss herum wird in so geballter Form gestorben, dass sich der Beobachter ernsthaft fragen muss, wie Mark Oliver Everett das alles verarbeiten würde, hätte er nicht seine Musik und seine autobiografischen Texte. Vater, Mutter, Schwester, Cousine – es verging kein Jahr, das nicht im Zeichen von Tod und Abschied stand. Und jetzt auch noch die Trennung von seiner Ehefrau. Der eine würde seine Not in so einer Situation mit lärmenden Rocksongs verarbeiten, ein Mark Oliver Everett versinkt dagegen für gewöhnlich in Melancholie – und seine Hörerschaft folgt ihm auch nach inzwischen zehn Alben weiterhin treu ergeben.

„The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“ ist das nunmehr elfte Werk unter dem Eels-Banner. Und auch wenn die meisten Songs darauf bitter und traurig klingen, „E” nutzt sie zur Verarbeitung und zur Zurückerlangung seines Optimismus. Und schon das zu Tränen rührende Intro zu „Where I’m at“, das die 13 Songs über die Stationen „Where I’m from“ und „Where I’m going“ zusammenhält, lässt den Hörer auf Anhieb in die Welt von „E“ eintauchen, in der fiktionale Figuren und ganz private Ereignisse Hand in Hand gehen.

Mit zartbitter-süßen Streicher-Parts („Lockdown hurricane“, „Gentlemen’s choice“), akzentuiertem Akustikgitarrenspiel („Agatha Chang“) und dem Zusammenwirken Everetts langjähriger Band – The Chet (Chet Lyster, Gitarre), P-Boo (Mike Sawitzke, Gitarre), Knuckles (Derek Brown, Drums) und Honest Al (Allen Hunter, Bass) – („A swallow in the sun“), entsteht eine Atmosphäre, die typisch ist für Eels-Alben. Vertontes Leiden, bei dem nur selten fröhliche Abwechslung geboten wird („Where I’m from“, „Mistakes of my youth“).

Doch gerade mit dem optimistisch klingenden „Mistakes of my youth“ und dem versöhnlichen „Where I’m going“ zum Ende des Albums, scheint Mark Oliver Everett die Kurve wieder bekommen zu haben, sodass sich der Hörer einigermaßen beruhigt zurückziehen kann, nachdem dieser wieder einmal sehr intensiv an den Leiden und der Verzweiflung des Mark Oliver Everett teilhaben durfte.

Anspieltipps:

  • Where I’m at
  • Where I’m from
  • Mistakes of my youth
  • Lockdown hurricanes
  • A swallow in the sun
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