We Are Catchers - We Are Catchers - Cover
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We Are Catchers We Are Catchers


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie so oft: Es scheiden sich die Geister.

Gibt es objektiv gute Musik? Oder anders gefragt: Ist es möglich, Musik nach messbaren Kriterien in gut und schlecht zu unterteilen? Ist der letzte noch so lieblos dahingeschusterte Chartausfluss vielleicht doch nicht so verachtenswert, weil es der breiten Masse anscheinend gefällt? Ist es gerecht, dass so manche Band ein Abonnement für Höchstwertungen besitzt, während andere traditionell von den Kritikern niedergemacht werden? Kurz: Ist der Job eines Rezensenten nicht eigentlich völlig überflüssig, weil ohnehin alles subjektiv ist? Schauderhafter Gedanke.

So überzogen diese Fragen auf den ersten Blick wirken mögen, so relevant sind sie für die Beurteilung von „We Are Catchers“, dem Debütalbum des Engländers Peter Jackson, der sich – um nicht mit dem bärtigen Kinoguru verwechselt zu werden – ein schmissiges Pseudonym überlegt und seinen Erstling wenig kreativ nach selbigem benannt hat. Es wird Leute geben, denen die zurückhaltende melancholische Note des Albums die Freudentränen in die Augen treibt und andere, die sich mit einem lauten Gähnen vom Acker machen werden. Einigen wir uns darauf, den Stil Jacksons sachlich zu beschreiben und die Wertung weitgehend dem Genrefreund oder -feind zu überlassen.

„Water’s Edge“ eröffnet die Platte ruhig, mit nicht viel mehr als einem zerbrechlichen Klavier. Was als Opener scheinbar ungeeignet wirken mag, ist letztlich eine faire Warnung, denn wer hier schon mit den Augen rollt, spart sich die restliche halbe Stunde des Albums in weiser Voraussicht. Der Grundton verändert sich auch in der Folge wenig, Ausbrüche aus dem Schema finden sich selten, etwa wenn das vorab als Single veröffentlichte „Tap Tap Tap“ den Hörer kurz in der Vergangenheit schwelgen lässt: Wer die Größen jener Zeit als Idole nennt, muss auch ein wenig nach Sixties klingen dürfen.

Es ist tatsächlich kaum möglich, „We Are Catchers“ mit einem fairen Urteil zu versehen. Fans von klavierlastigem Pop vergangener Tage können auf die fünf Punkte gerne noch zwei bis drei weitere addieren, alle anderen machen einen größtmöglichen Bogen um den Neuling von der Insel.

Anspieltipps:

  • Water’s Edge

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