Ingrid Michaelson - Lights Out - Cover
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Ingrid Michaelson Lights Out


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit sechs Produzenten und zehn Co-Songwritern auf dem Weg zur Popmusik.

Bevor professionelle Künstler, Möchtegernstars und Amateure via Internet auf der YouTube-Seite weltweit ohne großen Aufwand auf sich aufmerksam machen konnten, war das im Jahr 2003 gegründete MySpace-Portal der heißeste Scheiß im Netz, um sich im DIY-Verfahren selbst zu promoten. Inzwischen röchelt die Seite zwar auf dem Schrotthaufen des Internets, doch auf ihrem Höhepunkt gingen Künstler wie Ingrid Michaelson mit ihr auf Hörerfang und begannen so ihre Karriere. Die 34-jährige New Yorkerin hat sich inzwischen als gefragte Songschreiberin etabliert, die ihre Songs regelmäßig in US-TV-Serien platzieren und zusammen mit ihrem aktuellen Werk „Lights Out“ mittlerweile fünf offizielle Studioplatten vorweisen kann.

„Lights Out“ erschien in den USA am 15. April 2014 und erreichte in den Billboard Charts den fünften Platz – genau wie der Vorgänger „Human Again“ (01/2012). Damit ist Ingrid Michaelson längst der Indie-Deklarierung entwachsen und in Deutschland dank Major-Vertrieb ebenfalls eine Kandidatin für Chartplatzierungen geworden. Dabei stand die Karriere der Amerikanerin im Vorfeld zu „Lights Out“ auf der Kippe. Sie hatte ausgehend von Magenproblemen für zwei Monate ihre Stimme verloren und eine entsprechend schwierige Zeit zu bewältigen. Trost fand sie im Songwriting, das sie diesmal nicht in kompletter Eigenregie übernahm. Ingrid Michaelson gab erstmals einen Teil der Verantwortung ab und arbeitete im Team mit sechs Produzenten und zehn Co-Songwritern. Ein weiterer Schritt auf dem Weg von der Singer/Songwriterin zum Popstar.

Dass der zurückliegende Lebensabschnitt mit der schweren Erkrankung nicht zu 100% auf die neuen Songs abgefärbt hat, überrascht umso mehr, wenn man weiß, dass Ingrid Michaelson keine Sängerin und Songschreiberin ist, die sich im Stil von Lana Del Rey selbst inszeniert, sondern durchaus persönliche Themen in ihren Stücken verarbeitet. Aber vielleicht war es auch der Einfluss der beteiligten Songwriter, die bei den Sessions in Nashville, Los Angeles und New York mitgewirkt und den Tracks damit eine mehr oder weniger unterschwellige Richtung mitgegeben haben.

So stehen vermeintliche Düstersongs wie „Handsome hands“, „Ready to lose“ oder auch „Open hands“ eindeutig im Schatten von Gute-Laune-Tracks wie „Warpath“, „Time machine“, „One night town“, „Girls chase boys“ und „Afterlife“, die sich allesamt den Stempel „ganz nett“ abholen. Dagegen spricht auch nichts, denn „Lights Out“ will schließlich kein reines Singer/Songwriter-Album mehr sein, sondern ein mit Popmusik flirtender Hybrid aus beiden Genre-Welten. Dieses Ziel erreicht die 34-Jährige am Ende sehr achtbar, denn wie oft sind Alben schon in die Hose gegangen, auf denen plötzlich fremde Songschreiber und ein halbes Dutzend Produzenten mitreden wollten.

Anspieltipps:

  • Home
  • Warpath
  • Open hands
  • Time machine
  • Ready to lose
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