Robert Francis - Heaven - Cover
Große Ansicht

Robert Francis Heaven


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Himmel von Robert Francis schimmert in vielfältigen Folk-Pop-Farben.

Ry Cooder ist ein Freund der Familie Francis und schenkte dem neunjährigen Robert Francis seine erste Gitarre. Sozusagen ein Geschenk des Himmels, denn Francis war klar, dass von nun an die Musik sein Leben bestimmen würde. Im Jahr 2007 veröffentlichte er sein erstes Album „One By One“, dem 2009 „Before Nightfall“ folgte. 2010 gelang ihm mit „Junebug“ ein veritabler Single-Hit in Deutschland und Frankreich.

Der Verkauf seiner Alben lief gut und sein drittes Werk „Strangers In The First Place“ wurde 2012 veröffentlicht. Eine Tour durch die USA folgte, die er jedoch nach einem Monat abbrechen musste. Er verfiel Drogen und Alkohol, rasierte sich die Haare ab, zog sich mit einem Mädchen zurück nach Michigan und kehrte der Musik den Rücken. Hierzu Francis selbst: „Ich kannte kein anderes Leben als eines, das von Musik bestimmt wurde. Ich musste mich selbst verlieren, um wiederzuentdecken, wer ich eigentlich war. In Michigan hatte ich die Möglichkeit dazu, bis ich schließlich doch wieder fortzog, um eine Reihe Songs weiterzuverfolgen, die in meinen Träumen auftauchten.“

Schließlich stellte der Singer / Songwriter seine Begleitband The Night Tide zusammen und nahm die Songs für das nun vorliegende vierte Album „Heaven“ auf. Dieses geht zum Auftakt „Something Tells It Not To“ mit Bedacht, Behutsamkeit und Piano zu Werke, um mit „Baby Was The Devil“ und „Love Is A Chemical“ in die Vollen zu gehen. Das klingt als hätte Elliott Smith eine Pop affine Version von Bruce Springsteens E-Street Band im Rücken. Atemlos und ohne Pause gehen die Songs mit aller Dringlichkeit ineinander über, um schließlich mit der schönen Gospel-Folk-Ballade „Heaven“ durchzuatmen.

In der Folge packen Robert Francis & The Night Tide weitere Stilmittel aus. Darunter klingelnde E-Gitarren („Ukiah“), die ak. Folk-Gitarre („Wasted On You“, „Blue“), wogende Keyboards („See You Around“), rhythmisch und melodisch betonter Folk-Pop („Pain”, „Take You To The Water”) an Beatles und Britpop angelehnte Sounds („Give You My Love”), den Blues („I’ve Been Meaning To Call”) und zum Abschluss wird der Westcoast-Gospel-Himmel mit „Hotter Than Our Souls” erklommen.

Robert Francis ist ein mit Sehnsucht und Wehmut gespickter Songreigen gelungen, den dennoch die Leichtigkeit des Seins und die ruhigeren Elemente tragen. Trotz einiger Stilmittel kein Stilbrei, sondern ein homogenes Album.

Anspieltipps:

  • Something Tells It Not To
  • Heaven
  • Give You My Love
  • Hotter Than Our Souls

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8.5/10

Rough And Rowdy Ways
  • 2020    
Diskutiere über „Robert Francis“
comments powered by Disqus