Young The Giant - Mind Over Matter - Cover
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Young The Giant Mind Over Matter


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zu unspektakulär und zu austauschbar. Ein Album ohne echte Lockmittel.

Ein gutes Vierteljahr nach der Nordamerika-Veröffentlichung des zweiten Young-The-Giant-Albums „Mind Over Matter“, das als „Peak Position“ in den Billboard Charts den siebten Platz belegen konnte, während der inzwischen drei Jahre alte Vorgänger nicht über Platz 42 hinauskam, ist nun auch Deutschland an der Reihe. Die südkalifornische Band spielte ihr Zweitwerk im Anschluss an zwei erfolgreiche Tourneen als Headliner zusammen mit dem vielseitigen Produzenten, Songschreiber und Multiinstrumentalisten Justin Meldal-Johnsen (u.a. Paramore, Air, Beck, Nine Inch Nails, M83., Charlotte Gainsbourg, Tori Amos) ein, der Young The Giant genau diese stilistische Vielschichtigkeit abverlangte, durch die sich seine bisherigen Produktionen auszeichneten.

Grundsätzlich stehen die Songs auf „Mind Over Matter“ für eine druckvolle Produktion und die typische US-Mainstream-Eingängigkeit, die wiederum an Bands wie Maroon 5, The National oder auch The Strokes erinnert und von New Wave, über Indie-Rock bis hin zu Electro-Pop so manche Variante einbaut. Wer dem Ganzen dennoch eine gewisse Glattgebügeltheit unterstellt, liegt damit gar nicht so falsch. Denn Young The Giant bemühen sich bei jedem ihrer 13 Songs darum, bloß nicht über die Strenge zu schlagen. Daraus ergibt sich leider ein eindimensionales Klangbild, aus dem auf Anhieb nichts so richtig herausragen will.

Schon mit dem eröffnenden „Slow dive“ und „Anagram“ robben sich Young The Giant mit schallenden Gitarren, süßlichen Streichern und sonnigen Melodien an den Hörer heran und machen damit ihre Absichten klar: Die Massen einfangen. Dazu ertönt „It’s about time“ etwas rauer und fordernder, während „Crystallized“ Stadionbesucher in catchy Coldplay-Manier zum Singen und Tanzen animieren möchte. Auch der Titeltrack ist so ein hymnischer Crowd-Pleaser, doch spätestens mit „Daydreamer“ und den folgenden Titeln („Firelight“ als Akustikballade, „Camera“ als pathetische Halbballade, „In my home“ als nervöser Gitarrenpopsong – und so weiter und sofort) zeigt sich, dass Young The Giant kaum über den gehobenen Durchschnitt hinauskommen und sich in der zweiten Albumhälfte nur noch wiederholen.

So ist dann auch der zweite Longplayer von Young The Giant nicht der große Wurf, den man sich im Lager der Band erhofft hat. Denn dazu klingt „Mind Over Matter“ zu unspektakulär und zu austauschbar, womit der Platte am Ende einfach die Lockmittel fehlen.

Anspieltipps:

  • Camera
  • Anagram
  • Paralysis
  • Crystallized
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