Black Stone Cherry - Magic Mountain - Cover
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Black Stone Cherry Magic Mountain


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die sympathischen Jungs aus Kentucky verleiten zu Gejammer auf hohem Niveau.

Es ist nicht unbedingt die Bilderbuchkarriere des Jahrhunderts, aber es hätte für Chris Roberts (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gitarre), Jon Lawhon (Bass) und John Fred Young (Schlagzeug, Perkussion) auch weitaus schlechter laufen können. 2001 gegründet, dauerte es fünf Jahre, bis Roadrunner Records auf den schnittigen Southern Rock der vier Jungs aufmerksam wurde und das selbstbetitelte Debüt „Black Stone Cherry” (in Europa erst mit einiger Verspätung im März 2007 erschienen) unter das Volk brachte. Den Durchbruch (eine silberne Schallplatte in Großbritannien) gab es dann mit dem sukzessiven „Folklore And Superstition“ (08/2008) und das Anschlusswerk „Between The Devil & The Deep Blue Sea“ (05/2011) zementierte mit grandiosen Songs wie „In my blood“ oder „Like I roll“ den guten Ruf Black Stone Cherrys (erneut gab es eine silberne Schallplatte im UK) als handwerklich solider und hittauglicher Hardrock-Act.

Ausgedehnte Touren und eine kleine, kreative Pause später, steht der Vierer nun mit „Magic Mountain“ in den Regalen und möchte die Fanbase, die den erdigen Südstaatensound der Jungs der Marke Lynyrd Skynyrd zu schätzen gelernt hat, gerne ein wenig weiter ausbauen. „Natürlich ist es eine Ehre, in einem Atemzug mit Bands wie Lynyrd Skynyrd, den Allman Brothers, Molly Hatchet oder der Marshall Tucker Band genannt zu werden, aber wir tun nicht so, als wären wir aus den 70ern. Wir haben niemals geplant, wie eine Southern Rockband zu klingen - wir klingen einfach nun mal so, wenn wir zusammen spielen. Es finden sich definitiv viele Heavy Rock-Elemente in unserem Sound, aber auch ein bisschen Country und sogar Funk. Wir vereinen von jedem ein bisschen. Wir erlegen uns selbst keine Grenzen auf, sondern tun, wonach uns ist“, erläutert Gitarrist Ben die natürliche Entstehung der Songs, was man nach einem gewitzten Opener wie „Holding on…to letting go“ mit seinem unvorhergesehenen Twist im Mittelteil kopfnickend bejahen möchte.

Leider fehlen im weiteren Verlauf von „Magic Mountain“ solch magische Momente und die Qualität pendelt sich lediglich auf einem sehr guten, wenn auch keineswegs so mitreißenden Niveau wie dem des Vorgängers ein, was in Tracks wie „Bad luck & hard love“, der Powerballade „Runaway“ oder dem straight rockenden Titeltrack resultiert. Zwischendurch versuchen Chris und seine Mannen zwar abseits der bekannten Pfade etwas härter („Never surrender“) oder gemächlicher („Peace pipe“) in die Pedale zu treten und wollen mit Balladengut („Sometimes“), Westerneinschlag („Blow my mind“) und Alternative Rock-Gebärden („Dance girl“, „Remember me“) die Charts nicht aus den Augen verlieren, verheddern sich aber in einer zu ernsten und verkrampften Darbietung. Songs wie das aufbrausende „Me and Mary Jane“, das zu einem Live-Klassiker geborene „Fiesta del fuego“ oder das schelmische „Hollywood in Kentucky“ mit seinem Lalala-Singalong bleiben Mangelware, was selbst nach mehreren Durchgängen Anlass zu Kritik, wenn auch auf hohem, handwerklichem Niveau, gibt.

Anspieltipps:

  • Fiesta Del Fuego
  • Me And Mary Jane
  • Hollywood In Kentucky
  • Holding On…To Letting Go

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