Tori Amos - Unrepentant Geraldines - Cover
Große Ansicht

Tori Amos Unrepentant Geraldines


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Klassik-Phase ist beendet. Tori Amos dockt wieder im Songwriter-Art-Pop-Hafen an.

Auch wenn Tori Amos bereits zu Beginn ihrer Solokarriere, Anfang der 90er Jahre, mit ihrem markanten Gesang, kryptischen Texten sowie progressiven Melodien, die von ihrem speziellen Klavierspiel geprägt sind, eine echte Sonderstellung in der Musikszene einnahm, die trotzdem bis heute zu mehr als 12 Millionen verkauften Alben geführt hat, war für die amerikanische Songschreiberin irgendwann der Moment gekommen, in dem auch sie etwas ändern wollte, etwas ändern musste. Es folgte ein Ausbruch in die klassische Musik, der sich fünf Jahre und über drei Alben hinzog und in der Mitarbeit an dem Musical „The Light Princess“ in Kooperation mit dem Londoner National Theatre mündete. Mit ihrem 14. Studioalbum „Unrepentant Geraldines“ kehrt Tori Amos nun zurück zu ihren Wurzeln und greift den Songwriter-Pop ihres Durchbruchsalbums „Little Earthquakes“ wieder auf.

Inspiriert von bildender Kunst und Künstlern wie Daniel Maclise, Diane Arbus oder auch Paul Cézanne sowie der davon ausgehenden „akustischen Wahrnehmung“, schuf Tori Amos einen 15 Tracks umfassenden Songzyklus, der sich mit stoischer Konsequenz und dem für Tori Amos (50) so typischen Wechselspiel aus Schönklang („America“, „Wild way“) und leicht rätselhaften Klanggebilden („16 shades of blue“) seinen Weg in den Kopf und das Herz des Hörers sucht. Dazu nimmt die Gitarre, egal ob akustisch oder mit dezent durch den Verstärker geschickten Licks, eine durchaus zentrale Position als harmonischer Gegenpart zu Tori Amos‘ Pianospiel ein.

Dabei fällt auf, dass die 50-Jährige fast vollständig auf opulente Arrangements verzichtet, das Tempo nur selten anzieht und rhythmisch keine großen Experimente eingeht. Dadurch treffen sich die Songs irgendwo zwischen Art- („Weatherman“, „Maids of elfen-mere“) und Songwriter-Pop („Giant´s rolling pin“) und sind doch voll und ganz die Tori Amos, die der Hörer in den 90er Jahren entdeckt und lieben gelernt hat, ohne dass es zu Wiederholungen oder Langeweile kommt, auch wenn dies ab und an nur durch einen kleinen Trick gelingt, indem zum Beispiel Toris Tochter Natasha in dem Stück „Promise“ eine zentrale Gesangsposition eingeräumt bekommen hat.

Mit „Unrepentant Geraldines“ legt Tori Amos ein gelungenes Pop-Comeback vor, das noch nicht wieder die Magie ihrer Alben aus den 90er Jahren entwickelt, aber mehr als nur in Ansätzen aufzeigt, dass eine Künstlerin wie sie im oftmals eindimensionalen Pop-Fach unersetzbar ist.

Anspieltipps:

  • Selkie
  • Promise
  • America
  • Wild way
  • Unrepentant geraldines
Neue Kritiken im Genre „Art-Pop“
8/10

Find Sound
  • 2019    
6/10

Wheeltappers And Shunters
  • 2019    
Diskutiere über „Tori Amos“
comments powered by Disqus