Krokus - Long Stick Goes Boom: Live From The House Of Rust - Cover
Große Ansicht

Krokus Long Stick Goes Boom: Live From The House Of Rust


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 71 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der wuchtige Live-Sound kann die arg begrenzte Setlist nicht wett machen.

Krokus und kein Ende. Die extrem langlebige Band und das definitive Aushängeschild des schweizerischen Hardrocks (noch lange vor Gotthard) schlägt erneut zu und bietet ihren Fans nach neun Jahren abermals ein Live-Dokument, das „Krok´n´Roll“ satt bietet. Auf ihrem insgesamt dritten Live-Album ziehen die Herren mal wieder ihren gewohnt spaßigen Hardrock ab und heizen dem House Of Rust in ihrer Heimatstadt ordentlich ein. Der Fokus von Krokus liegt dabei überraschenderweise gar nicht auf den Songs ihres jüngsten Studioalbums „Dirty Dynamite“ (2013), sondern lediglich „Hallelujah Rock 'n' Roll“, „Go Baby Go“ und die im Rahmen eines Medleys aufgenommenen „Better Than Sex“ und „Dög Song“ finden auf „Long Stick Goes Boom: Live From The House Of Rust“ ihren Platz. Vielmehr wollen die Schweizer einen Mix aus Alt und Neu bieten und grasen ihren Backkatalog gezielt ab. Neben neueren Songs („Live For The Action“, „Hoodoo Woman“) sind natürlich auch Klassiker dabei („Tokio Nights“, „Heatstrokes“, „Fire“ und „Bedside Radio“ von „Metal Rendez-Vous“), ohne die sie die Bühne nicht verlassen dürfen. Doch hier findet sich auch der größte Schwachpunkt des Livealbums.

Für eine Band, die in ihrer Karriere ganze 17 Studioalben eingespielt hat, ist die Setlist einfach alles andere als repräsentativ. Schnell stellt sich die Frage, ob Krokus anstatt des Covers von The Guess Whos/Lenny Kravitz’ „American Woman“ nicht doch lieber eine Eigenkomposition mehr hätten bieten sollen. Oder ob der Titeltrack und Opener in entschlackter Form ohne das Zitat von The Whos „Pinball Wizard“ nicht doch wertvolle Zeit wett gemacht hätte. Gut, wahrscheinlich hatte die Band einfach Bock darauf und das sei ihr auch auf jeden Fall gegönnt. Dass der eine oder andere liebgewonnene Song dann am Ende fehlt, ist das typische (und extrem subjektive) Problem von Live-Alben und Best-ofs.

Dafür überrascht die komplette Aufnahme mit einem ziemlich knackigen Sound, die das Live-Feeling beispiellos gut und wuchtig einfängt. Andere Bands, die ihren Auftritt im Studio nochmal komplett überarbeiten lassen und so jegliche Ecken und Kanten wegrationalisieren, sollen sich an „Long Stick Goes Boom: Live From The House Of Rust“ ein Beispiel nehmen. Denn auch, wenn die Scheibe einen echten Auftritt nicht ersetzen kann, fühlt sich der Hörer mittendrin und kann in etwa rekonstruieren, was im House Of Rust abgegangen ist. Für eingefleischte Fans der Eidgenossen wird dies vielleicht das größte Argument sein - auch wenn mit der typischen Qualität von Krokus eh zu rechnen ist. Im Vergleich zu „Fire and Gasoline (Spontaneously Combustible) - Live!“ aus dem Jahr 2004 bleibt das dritte Live-Album der Band in Sachen Songauswahl dann allerdings ein wenig auf der Strecke.

Anspieltipps:

  • Tokio Nights
  • Fire
  • Easy Rocker
  • Live For The Action

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
5/10

Fistful Of Fire
  • 2020    
Diskutiere über „Krokus“
comments powered by Disqus