Andreas Kümmert - Here I Am - Cover
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Andreas Kümmert Here I Am


  • Label: TVOG/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Außergewöhnliche Stimme, außergewöhnlicher Typ.

Andreas Kümmert ist cool. Nicht im eigentlichen Sinne des inflationär gebrauchten Teenie-Begriffs, sondern cool, weil er anders ist: durch eine Authentizität und Ausstrahlung, die man von einem Casting-Show-Kandidaten einfach nicht erwarten würde. Dabei hat ihm das Format „The Voice“ sicherlich in die Karten gespielt: es ging nicht um sein Aussehen, zumindest nicht zu Beginn. Der 27-Jährige hätte allein wegen seiner eigenartigen Frisur und dem ausgefallenen Bart nicht in den vom Mainstream getrübten Augen der Jury anderer Castingshows bestehen können. Zu weit weg vom Coolnessfaktor, wobei so viel Individualität schon wieder cool sein sollte. Aber darum ging es sowieso nicht. In besagtem Format stand, allein dem Namen zufolge, die Stimme der Kandidaten im Vordergrund. Was die Stimme angeht, hat Kümmert ein ziemliches Ass im Ärmel.

Sie hat Charakter, ist ein bisschen verrucht und passt perfekt zu den Songs, die der Franke auf seinem Debütalbum nun präsentiert. Die erste Single, „Simple Man“ passte wie die Faust aufs Auge: perfekt zugeschnitten auf sein Image und seine Stimme konnte Kümmert mit diesem Song seine Qualitäten außerhalb des Casting-Wahnsinns präsentieren. Sie ging ins Ohr ohne abgedroschen zu klingen und auch ohne auf wichtige Elemente zu verzichten: ein bisschen Blues, ein bisschen Rock, ein bisschen 70er-Jahre. Überhaupt erinnert das Album an vergangene Zeiten, man fühlt sich zurückversetzt, hört man zum Beispiel den Bee Gees-Song „To Love Somebody“, im Duett mit Joy Denalane, der Frau von Max Herre. Das bleibt jedoch der einzige Coversong auf dem Album und auch wenn der Mentor hier seine Finger im Spiel hatte und am Album insgesamt beteiligt war, scheint Kümmert es geschafft zu haben, den Songs seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken.

Neben eben erwähntem Duett, in dem es durchaus schon soulig zugeht, findet man sich beim Hören von „Faith“ beispielsweise in einem an Gospel angelegten Song wieder. Zudem kommen immer wieder Blueseinflüsse durch (z.B. in „Sky is Calling (like my Daddy said)“), die Kümmert mit einer Souveränität verkauft, als kämen die größten Bluessänger aus Deutschland. „Open Eyes“ hingegen wird fast ausschließlich von einer Gitarre begleitet, tragendes Element ist auch hier Kümmerts Stimme und trotzdem strahlt der Song eine unschlagbare Power aus. So viel Stilgewandtheit und so viel Mut, sich abseits der Mainstream-Route zu bewegen, sind eben auch schon wieder cool.

Natürlich dürfen die Kritikpunkte, die der aufmerksame Hörer möglicherweise anbringen möchte, nicht fehlen. Auch wenn „Simple Man“ den Eindruck erweckte, Kümmert würde flotte und fröhliche Musik machen, erfährt man in „Here I am“, dass er auch deutlich ruhiger kann. Darauf sollte man sich definitiv einstellen. Das Album ist kein Partykracher, es gehört in die Kategorie, die gemütlich genossen werden will. Wer sich dessen bewusst ist, dürfte seinen Spaß daran finden.

Anspieltipps:

  • Simple Man
  • Faith
  • Sky Is Calling
  • To love somebody

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