Francois & The Atlas Mountains - Piano Ombre - Cover
Große Ansicht

Francois & The Atlas Mountains Piano Ombre


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

François versetzt mit seinen Atlas Mountains noch keine Berge, ist allerdings auf dem Weg zur Spitze seines Schaffens einen guten Schritt vorangekommen.

Zusammen mit den (vier) Atlas Mountains begibt sich François erneut auf die Suche nach einem eigenen Indie-Sound. Im Gegensatz zum durchwachsenen „E Volo Love“ (2012) gibt sich der Franzose diesmal klarer auf typische heimatliche Töne bedacht. Gemeinsam mit der Vorliebe für etwas abgehobene Pop-Musik schafft sich das Quintett mehr Eigenständigkeit, auch wenn die musikalischen Vorlieben des Masterminds weiterhin für Unstimmigkeiten sorgen können.

Etwas überzogen und letztlich zu sehr gewollt progressiv eröffnen die Franzosen das Album mit „Bois“. Der von Akustiktönen bestimmte Trip-Hop wird so nämlich nie wieder genutzt, was den Opener etwas außen vor zu lassen scheint. Der passende, aber viel linearer strukturierte Folgetrack „La Vérité“ klingt letztlich so, als hätte die Band sich in „Bois“ noch finden müssen. Die Single „La Vérité“ selbst ist dafür ganz stark geworden. Mit tollem Beat und einer klasse Melodie, die modernen Pop mit dem typischen Klang französischer Popmusik verbindet, ist François einer seiner besten Tracks bisher gelungen.

Da können die restlichen Popsongs dieser Sorte kaum mithalten. Bis auf das mäßige „Fancy Foresight“ können Tracks wie „The Way To The Forest“ oder „La Vie Dure“ sich allerdings ebenfalls als unabwendbar gute Popmusik bestätigen. Während dieser Tracks spielt die Band ihren Stil konsequent herunter und gewinnt durch gekonnte Einschübe und akustisch bestimmte Klangkulissen. Herausstechen tut zudem das rhythmisch spannende, wenn auch etwas repetitive „Réveil Inconnue“.

Einen Scheideweg dieses Albums bilden dagegen die eingestreuten Balladen, die dem Albumtitel entsprechend tatsächlich auf ein Piano als tragendes Element setzen. Zwar sind es letztlich nur die beiden Stücke „La Fille Aux Cheveux De Soie“ und bezeichnenderweise der Titeltrack, die dafür unglaublich am Tempo des Silberlings zehren und kaum bewegend sind. Wenn Balladen jedoch weder zum Tanzen animieren, noch zu Tränen rühren, dann werden sie schnell zu vergessenswertem Mittelmaß.

Diese Durchschnittsstücke und die weiterhin fehlende Dichte an nicht nur überzeugender, sondern begeisternder Musik sorgen dafür, dass François auch mit seiner neuen Scheibe keine Berge versetzen kann. Dafür handelt es sich beim Stil des Künstlers nicht mehr bloß um eine wahllos erscheinende Mischung. Zusammen mit den Atlas Mountains scheint der französische Musiker seiner eigenen Stimme durchaus näher gekommen zu sein. Wenn das schon nicht von Hörern gewürdigt werden sollte, kann sich zumindest die Band auf einer neuen Stufe sehen.

Anspieltipps:

  • La Verité
  • Réveil Inconnue
  • The Way To The Forest

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7.5/10

Mit Den Zehen Am Abgrund
  • 2019    
Diskutiere über „Francois & The Atlas Mountains“
comments powered by Disqus