Beckmann & Band - Bei Allem Sowieso Vielleicht - Cover
Große Ansicht

Beckmann & Band Bei Allem Sowieso Vielleicht


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die täglichen Dinge des Alltags von skurril bis heiter, von poetisch bis belanglos.

Singende Schauspieler (bzw. schauspielernde Sänger) sind beileibe keine Seltenheit, singende TV-Moderatoren dagegen schon, wenn man nicht gleich die Entertainer-Schublade aufmachen will. Reinhold Beckmann (58) ist seit vielen Jahren als Sportreporter, Fußballkommentator und Talkshow-Moderator im deutschen Fernsehen aktiv und jetzt – frei nach Barbara Schöneberger – singt er auch noch!

Okay, so ganz richtig ist diese Feststellung nicht. Denn zu Beckmanns Steckenpferden gehört seit jeher auch das Musizieren, nur dass er dieser Leidenschaft erst seit ungefähr sechs Jahren tatsächlich gezielter nachgeht und eigene Songs schreibt. Zusammen mit Andreas Dopp (Gitarre), Thomas Biller (Bass), Helge Zumdieck (Drums) und Jan-Peter Klöpfel (Klavier, Trompete, Akkordeon) bildet er eine Band, die seit über zwei Jahren vermehrt im norddeutschen Raum auftritt. Knapp 70 Konzerte stehen für Beckmann & Band inzwischen zu Buche: Mit „Bei allem sowieso vielleicht“ erscheint jetzt das erste Album des Quintetts.

Unter der Ägide des Produzenten Stephan Gade (u.a. Ina Müller, Jon Flemming Olsen, Niels Frevert, Olli Dittrich, Pohlmann) haben Beckmann und seine Kerle von der Küste ein Dutzend Songs eingespielt, die sich musikalisch zwischen Pop, Country, Jazz und Latin-Klängen austoben und stilistisch sehr deutlich die Handschrift von Stephan Gades Produzenten-Referenzen tragen. Die Kompositionen sind überwiegend in akustische Gewänder verpackt und im Midtempo-Bereich angesiedelt. Sie behandeln die Themen des Alltags von skurril bis heiter, von poetisch bis belanglos.

All das ist gewiss nicht neu. Und damit besteht die größte Hürde für den Hörer darin, die Gesangsstimme von Reinhold Beckmann für sich zu akzeptieren. Denn wenn der 58-Jährige von Silvio Berlusconi, Adriano Celentano, Leberwurst, Dosenbier, Nachtfahrten durch Bremen, Ringelpietz im Rettungsboot und der Ausfahrt Leben singt, dann sind es nicht die Harmonien und die Melodien, die sich in den Vordergrund schieben, sondern ein immer etwas verstellt wirkender Gesang Beckmanns.

Um größere Emotionen beim Hörer freizusetzen, sind die Stücke einfach zu beliebig und nett. Sie plätschern so dahin und verlocken auch mit ihren Texten nicht gerade zu einer erhöhten Aufmerksamkeit. Dafür sind aber die Hunde auf dem Cover sehr schön!

Anspieltipps:

  • Bremen
  • Da sein
  • Weiter, weiter unterwegs
  • Bei allem sowieso vielleicht
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Beckmann & Band“
comments powered by Disqus