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Mundwerk-Crew #Logoamstart


  • Label: International Bohemia
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bayern versucht sich mit sogenanntem HipHop-Funk als Alternative zu Hochburgen wie Berlin anzubieten.

Gut produziert und mit viel Selbstvertrauen trägt die Mundwerk-Crew ihre Idee der weiß-blauen HipHop-Macht Bayern vor und geht damit ein Wagnis ein. Spätestens in „Weiss-Blauer“ hätten sich so einige Bands ordentlich blamiert, doch gerade die mundartliche Bayern-Hymne macht Lust auf ein Album, welches das Versprechen bayrischer Entspannung jedoch leider nicht einlösen kann.

Das Problem an „#logoamstart“ ist vor allem die fehlende einheitliche Linie. Die Musik kann noch so nett sein, doch selten werden die Texte glaubhaft vermittelt. Authentizität hat bekanntlich einen gewissen Stellenwert im HipHop und abgesehen vom angenehm selbstverliebten „Weiss-Blauer“ tun die Jungs sich schwer, einer Linie zu folgen. Von Partylöwen verwandeln sie sich regelmäßig in nachdenkliche Poeten und nachdem sie die Wichtigkeit des Augenblicks vorschwärmen, wird anschließend der Filmriss in „Überdriften“ gepredigt.

Manch einer mag das nicht so eng sehen, da die Mundwerk-Crew diesen Leuten nur Spaß machen soll. Für diesen Ansatz sind die poppigen Lebensweisheiten in „Kleiner Gelber Zettel“, „Rad Der Zeit“ und „Für Euch!“ dann allerdings fehl am Platz. Sobald man über „#logoamstart“ nachdenkt, will das Album einfach nicht mehr problemlos funktionieren. Glücklicherweise kann man sich aber ohne Weiteres darauf einigen, dass der vom Funk getriebene HipHop in gut der Hälfte der Lieder gelingt. Peinliche Aufreißer-Nummern wie „Partyqueen“ halten sich im Rahmen und werden von eher intelligenten Texten wie in „Connected“ und „Soundtrack Meines Lebens“ überwogen.

Entweder überschätzt die Mundwerk-Crew ihre Bandbreite ganz gewaltig oder die Musikgeschmäcker der Gruppenmitglieder sind derartig unterschiedlich, dass man nicht von den ausbremsenden und nicht interessant genug klingenden Pop-Nummern lassen will. „Revolution Ich“ und Co. sind aber einfach nie mehr als Durchschnitt und leben von gutem Flow und feiner Produktion und weniger von interessanten Texten. Schade, dass die Gruppe nicht öfter ihre bayrischen Eigenheiten als individuelle Stärke ausspielt. So reicht es noch nicht ganz, um uns Hörer von der überragenden Existenz der Weiss-Blauen zu überzeugen.

Anspieltipps:

  • Weiss-Blauer
  • Soundtrack Meines Lebens
  • Connected

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