Blood Runs Deep - Into The Void - Cover
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Blood Runs Deep Into The Void


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 67 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gotischer Doom zwischen Eingängigkeit und Komplexität.

Fünf Jahre nach ihrem Erstlingswerk melden sich die Doomster von Blood Runs Deep mit neuem Material zurück. Zwischen den beiden Veröffentlichungen tourte sie in Europa mit A Pale Horse Named Death, was der Band sicherlich den einen oder anderen Fan extra bescheren konnte. Letztendlich sind sich die beiden Bands, wenn es um den gotischen Einschlag handelt, relativ ähnlich. Eigenständig klingt das Vehikel aus dem Alpenland aber dennoch: Stefan Vida (Gesang, Bass), Josh Almus (Keyboard), Simon Christ (Schlagzeug) und, seit 2012 dabei, Christian Kuhn (Gitarre) legen darauf Wert und kombinieren zwei Genres recht erfolgreich.

Viel getan hat sich seit dem Debüt „These Thoughts About Suicide“ (2009) allerdings nicht. Die Schweizer präsentieren immer noch eine attraktive Melange aus Doom- und Gothic-Metal, wobei die Übergänge fließend sind. Dabei ist es den vier Jungs aus Sankt Gallen besonders wichtig, all ihre musikalischen Ideen mit Bedacht und Sorgfalt auf den Punkt zu bringen. Somit ist „Into The Void“ ein Album geworden, das bezüglich der üppigen Länge von fast 70 Minuten anderen Interpreten Material für gleich zwei Longplayer geboten hätte. Lediglich eine Komposition, das stellenweise beinahe sludgig anmutende „The Inner Gods“, ist unter fünf Minuten lang. Die anderen sind üppige Nummern, die sich langsam und im Sinne des Dooms zähflüssig aufbauen. Im Falle von Songs wie „Low“, dem Titeltrack oder „Lullaby“ mündet dies in einer musikalischen Eruption. Da werden Erinnerungen sowohl an alte (Black Sabbath) als auch neuere Genrehelden (Hamferð) wach, wobei Blood Runs Deep hörbar bemüht sind, ihren eigenen Sound zu etablieren. Kleine Auflockerungen wie der Einsatz eines lieblichen Pianos in „Fading Away“ stehen stellvertretend für eine fast ungewohnte Eingängigkeit für das Genre. Der Gothic-Einschlag dagegen zeigt sich vor allem im Gesang. Stefan Vida scheint die Frontmänner diverser Gothic-Metal-Kombis als deutliche Inspirationsquelle für seinen Gesang genommen zu haben.

Das steht im Kontrast zum schweren, üppigen Sound seiner herum doomenden Kollegen, wurde bisher auch nicht so oft gehört und ist somit alles andere als eine schlechte Wahl. Dennoch werden Blood Runs Deep aus dem Wust der Veröffentlichungen diverser Vertreter des Dooms, Sludge aber auch Retro Rocks mit ihrem zweiten Longplayer wahrscheinlich weniger hervorstechen. Das ist aber gar nicht so schlimm, da sie sich sehr um eine eigene Identität bemühen und überaus stilsicher vorgehen. Freunde des Genres, aber auch Dunkelromantiker, die es ein wenig härter mögen, werden hier eine Band finden, die durchaus zu gefallen weiß. Und auch wenn sicherlich noch Luft nach oben ist, wird man in Zukunft noch einiges von den Schweizern erwarten dürfen.

Anspieltipps:

  • Tomorrow
  • Fading Away
  • Into The Void
  • Lullaby

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