Too Tangled - Stay Restless - Cover
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Too Tangled Stay Restless


  • Label: Popup/CARGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Gespür für Songs, Lärm und Melodie ausgelotet: Too Tangled sind auf ihrem Weg!

Roeland Vandermoortele (Gesang, Gitarre, Basedrum) und Eva Buytaert (Gesang, Violine, Keyboards) sind das Indie-Elektro-Duo Too Tangled aus Belgien. Nach ihrem Debütalbum „The Magic Got Killed“ (2010) erschien im Jahr 2012 „Where The Echoes Die“. Mit ihren Singles schafften sie es in die College-Radiostationen und ihr bisheriger Output wurde mit The Kills, The Velvet Underground, Black Rebel Motorcycle Club, Yeah Yeah Yeahs und einigen anderen verglichen. In einem Zeitraum von 14 Monaten spielten sie 83 Shows und gaben ihrem neuen Album den entsprechenden Titel „Stay Restless“.

Das Ruhelose und Getriebene ist auch auf der neuen Platte herauszuhören, wenn auch in etwas anderer Form als auf den Vorgängern. In gewisser Weise klingen ihre zwölf neuen Titel erwachsener oder ausgereifter, ohne dabei ihren rauen Charakter gänzlich zu verlieren. Too Tangled spielen nach wie vor Indie-Rock, jedoch mit der Erfahrung und dem Wissen bereits zwei veröffentlichter Alben und einiger Singles im Rücken.

War der Elektro-Anteil auf „Where The Echoes Die“ ziemlich hoch, wurde dieser nun merklich zurückgeschraubt. Umso knackiger treten die twangenden E-Gitarren hervor, der an den Anfang des Albums gestellte Titelsong legt hiervon Zeugnis ab. Auch das Tempo wird öfter herunter gedimmt, das Atmosphärische tritt mehr in den Vordergrund, „Bad Start“ dient dafür als gutes Beispiel. Ganz vorzüglich lassen Too Tangled hier die Keyboards mit den Violinen-Klängen verschmelzen. In „All Sad Clowns“ kommen einem unwillkürlich The Raveonettes in den Sinn, ein melodiöser Shoegaze-Song mit alarmierenden Noise-Gitarren und den candysüßen w/m-Harmoniestimmen. Ein Titel, der das Zeug zum Indie-Hit hat.

Psychedelisch und drogengeschwängert kommen „Silence“ und „Firecrackers“ aus den Boxen, ohne dabei die Melodie aus den Augen zu verlieren. „Black Mark“ hat wieder die Magie der frühen Raveonettes-Songs, bei denen Hall und Echo mit Melodie und Singstimmen flirten. Dagegen hält bei „Place Of Gold“ der Elektro-Blues Einzug und verweist auf die vorigen Alben des Duos. „She Gets What She Can“ kommt mit Velvet Underground-Feeling bei uns an und „Lust For Blood“ lässt sich beinahe dem Glam-Rock zurechnen. Mit „I Found A Way“ klingt das Album auf charmante und elegante Art aus. Too Tangled haben den nächsten Karriereschritt gemacht und ihr Gespür für Songs verfeinert, eine wichtige Sache im lärmgetränkten Indie-Rock-Genre. Unterm Strich ist somit eine gute Platte herausgekommen!

Anspieltipps:

  • Stay Restless
  • All Sad Clowns
  • Black Mark
  • She Gets What She Can

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