Davidge - Slo Light - Cover
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Davidge Slo Light


  • Label: 7hz/ALIVE
  • Laufzeit: 71 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Massive-Attack-Produzent veröffentlicht sein Solodebüt mit Hit-or-miss-Charakter.

Neil Davidge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur in der Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern wie Massive Attack, UNKLE und David Bowie geübt, sondern war auch als Komponist für Filme und Werbung tätig. Nach mehr als 20 Jahren musikalischer Beschäftigung für andere, hat Davidge für sich beschlossen, mit „Slo Light“ endlich ein eigenes Werk zu veröffentlichen, das nicht im Schatten anderer Produktionen oder Produzenten steht.

So kann er trotz Vocal-Features bei jedem Track sagen, dass „Slo Light“ ganz und gar sein Album ist. Trotzdem bleibt die Frage, ob es überhaupt sein Wunsch ist, etwas völlig eigenes zu kreieren, auch wenn der Sprechgesang in „Forty Days In The Wilderness“, einem Lied zur Selbstfindung, etwas anderes vermuten ließe. Davidge löst sich kaum von dem Musikstil, den er in der Arbeit mit Massive Attack gepflegt hat. Immerhin zersetzt er ihn mit schnelleren Rhythmen und vielseitiger elektronischer Instrumentierung. Flächige und stimmungsgeladene Kompositionen zeugen außerdem von seinen Erfahrungen in der Film- und Fernsehbranche. „Riot Pictures“ beispielsweise ist ein Song, den man im Vor- oder Abspann eines James Bond-Films erwarten würde. „Home From Home“ baut sich über fünf Minuten bedrohlich auf und wirkt wie ein pumpendes Herz, das sich für einen Moment der Entscheidung vorbereitet, um dann in Leere zu verstummen.

So ist „Slo Light“ über seine 13 Tracks hinweg leider sehr wechselhaft. „Zero One Zero“ ist ein Industrial-Track, der nie richtig abhebt und dessen in Binär vorgetragener Refrain gehaltlos und fehl am Platz wirkt. „Sleepwalking“ ist wieder ein James Bond-Soundtrack, der zwar nicht schlecht, aber verhältnismäßig einfallslos ist. Da weckt „Sensor“, ein souliger Downtempo-Track mit ätherischen Pianoklängen, wesentlich mehr Interesse. Immerhin schafft Davidge es, ein in sich geschlossenes Werk zu kreieren. Die Stücke greifen ineinander und sind weit davon entfernt, befremdlich zu wirken, auch wenn das Cover einen das glauben machen will. Leider fehlt dem Album auch die Komplexität des Covers. Gemeinsam haben sie dann doch nur die Kontinuität.

Anspieltipps:

  • Gallant Foxes
  • They Won't Know
  • Sensor

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