Blitz The Ambassador - Afropolitan Dreams - Cover
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Blitz The Ambassador Afropolitan Dreams


  • Label: Jakarta/Groove Attack
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„And what is your occupation, sir? A Rapper? A Rapper...? Okay...“, heißt es zu Beginn der neuen BTA-Scheibe. Was soll man da noch sagen?

Heimat, Respekt, Erfolg und Familie sind wieder die großen Themen beim Anti-Ausverkauf-Künstler Blitz The Ambassador. Nach den World-Music-Ausflügen auf „Native Sun“ ist Blitz auf seinem neuen Album wieder an den Wurzeln des HipHop angekommen. Die Loops erinnern deutlich an die 70er und 80er und wandeln mühelos zwischen der großen Zeit von Kung-Fu und Blaxploitation und dem in den 80ern folgenden Durchbruch des Genres im Mainstream.

Die Themenwahl ist dabei so basal, dass man es kaum glauben mag. Träume und Ziele von Erfolg („Dollar And A Dream“, „Success“ und „Internationally Known“) wechseln sich mit Liebesbotschaften an Familie und Heimat ab („Call Waiting“, Africa Is The Future“). Irgendwann wiederholt sich Blitz zwangsweise und man hat verstanden, dass und wie afrikanische Musiker sich durchgesetzt haben und Blitz Ghana und die Familie vermisst. Was erst abwertend klingt, soll lediglich ein Hinweis auf die eingeschränkten Themenvielfalt des Albums sein. Da Blitz allerdings noch nie ein Geheimnis aus seinen Kernthemen gemacht hat, ist dies zumindest keine Überraschung.

Geschichten wie in „Success“ sind schlichtweg so alt wie der HipHop selbst und man vermisst auf textlicher Ebene große Botschaften. Belohnt wird man dafür jedoch mit unglaublich gutem Flow und fantastischen Beats entlohnt, die beinahe vergessen machen, dass einige der Tracks so zeitgemäß wie ein Grammophon sind. Selbst die „Traffic Jam Interlude“ ist einfach so charmant und gut gemacht, dass man diese Einleitung zum World-Music-Bombast „All Around The World“ nicht missen möchte.

Auch wenn Blitz The Ambassador keine großen Botschaften mehr übrig zu haben scheint, zelebriert er auf „Afropolitan Dreams“ seinen Musikstil und Musiker mit ähnlichen Hintergründen selbstbewusster und penetranter als je zuvor. Auf den zweiten Blick ist vielleicht auch gerade dieses Selbstverständnis die Botschaft eines dick aufgetragenen Albums. „Seht her! Rap made in Africa muss sich nicht verstecken“, könnte man die Aussage dieses Albums auch interpretieren.

Und auch wenn die lyrische Umsetzung solcher Botschaften streitbar ist, sind die Rhymes und der Flow dieses Albums durchgehend unwiderstehlich. Typisch ruhige Nummern wie „Call Waiting“ und „One Way Ticket“ bremsen die LP nie aus und selten klangen die World-Music-Elemente besser und organischer eingefügt als in „All Around The World“ oder „Africa Is The Future“. Da sieht man über ein paar Stereotypen auf textlicher und struktureller Seite gerne hinweg und blendet aus, dass sich das nichtssagende „Love On The Run“ unter diese weitere gelungene Ode an Afrika und Rap-Musik geschummelt hat. „Afropolitan Dreams“ ist nach dem ambitionierten „Native Sun“ für die Kritiker der Brecher für die Massen.

Anspieltipps:

  • Success
  • Internationally Known
  • All Around The World

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