3A - #Wirsindhier - Cover
Große Ansicht

3A #Wirsindhier


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Grundsolide komponiert und handwerklich gut, aber keine neue Sensation à la Tokio Hotel.

Die Brüder Aaron (17, Drums), Adam (15, Gesang, Gitarre) und Abel (15, Bass) Lovac aus Kerken am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, kamen bereits in frühester Kindheit mit Musik in Berührung und haben seitdem nicht mehr damit aufgehört. Selber spielen und komponieren, eigene Instrumente, eigene Band (erst LaLaLa, jetzt 3A), erste Demo-CD, Live-Auftritte und ein Majorlabel, das auf die Jungs aufmerksam wird. Es folgen die Aufnahmen zu ihrem ersten Longplayer zusammen mit den erfahrenen Produzenten David Bonk und Peter Hoffmann (Tokio Hotel, LaFee, Jenniffer Kae, Falco, Felix Meyer) und damit verbunden die Erwartungshaltung, dass Deutschland nach Tokio Hotel, LaFee und den Killerpilzen endlich wieder ein paar Teenies hat, die in den kommenden Jahren den goldenen Bravo-Otto abräumen.

Ähnlich wie ihre erfolgreichen Vorgänger setzen auch 3A auf handgemachte Musik, die von rockigen Gitarrenklängen dominiert wird. Ihre Songs und Texte schreiben Aaron, Adam und Abel alleine, auch wenn davon ausgegangen werden kann, dass Hoffmann und Bonk mit ihren Erfahrungen und Tipps nicht hinter dem Berg gehalten haben. Denn sollte Sony Music auch nur einen Bruchteil von dem in diese Band investiert haben, wie es damals mit Tokio Hotel gemacht wurde, bevor man sie zu Universal Music ziehen ließ und sie zur Lachnummer der Branche wurden, steht einiges auf dem Spiel.

Entsprechend werden 3A mit coolen und hochprofessionellen Bildern im Booklet sowie moderner Hashtag-Optik à la Twitter mit „#Wirsindhier“ ins Rennen geschickt. Mit lediglich 37 Minuten Spielzeit wird dabei der mangelnden Konzentrationsfähigkeit der jungen Zielgruppe Rechnung getragen, die trotz der kurzen Laufzeit dennoch ein gutes Dutzend Songs präsentiert bekommt. Angefangen bei der ersten Singleauskopplung „Sind wir Freunde?“ (eine auf einer schönen Pianomelodie basierende hymnische Halbballade), über das mit Tempowechseln und dezenter Laut/Leise-Dynamik spielende „Parallel“, bis hin zu den treibenden Titeln „Alles“ und „Unendlich“, wird bereits zu Beginn ein gekonnt inszeniertes Pop- und Rock-Feuerwerk abgeliefert – das sich aber in den restlichen Stücken stilistisch eins zu eins wiederholt und damit die anfängliche Lust auf „#Wirsindhier“ wieder schmälert.

Wer sich noch an die Debütsingles von Tokio Hotel, den Killerpilzen oder auch LaFee erinnern kann, wird bemerken, dass 3A keinen vergleichbaren Sensationssong à la „Durch den Monsun“, „Richtig scheiße (auf ’ne schöne Art und Weise)“ und „Virus“ in ihrem Repertoire haben. Ihre Tracks sind grundsolide komponiert und handwerklich gut dargeboten, aber es fehlt ihnen leider das gewisse Etwas. Und das ist nun mal das Entscheidende in der Kunst – und nicht jede Woche eine Doppelseite in der Bravo.

Anspieltipps:

  • Alles
  • Crazy
  • Unendlich
  • Sind wir Freunde?
Neue Kritiken im Genre „Rock/Pop“
6.5/10

Black Gold
  • 2019    
Diskutiere über „3A“
comments powered by Disqus