Rea Garvey - Pride - Cover
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Rea Garvey Pride


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der gebürtige Ire hat hart (an sich selbst) gearbeitet und überzeugt mit tiefgründigem Pop.

„Männer werden sieben, danach wachsen sie nur noch.“ Dieser Spruch, vor allem unter Frauen sehr beliebt, beschreibt die vermeintliche Unfähigkeit der männlichen Spezies, sich weiterzuentwickeln. Was in einigen Fällen stimmen mag, trifft auf einen ganz und gar nicht zu. Rea Garvey ist nach seinem Ausflug ins deutsche Fernsehen mit einem neuen Soloalbum zurück und scheint bei seiner Aufgabe als Coach selbst einiges dazugelernt zu haben. „Pride“, sein ganzer Stolz, ist abwechslungsreich, tiefgründig und persönlich. Es ist die Weiterentwicklung des Vorgängers Can’t Stand The Silence und einfach so viel besser.

Diese Lobeshymne auf das neue Album hat seine Gründe. Rea Garvey klingt zwar noch wie Rea Garvey, doch er scheint insgesamt erwachsener und reifer geworden zu sein. Das steht in gewisser Weise in direktem Widerspruch zur Ambition des Musikers. Das Album sollte seine Wurzeln in der Heimat, Vergangenheit und Kindheit haben. Doch wie so oft hilft die Vergangenheitsbewältigung, die Zukunft positiver zu gestalten. Und obwohl die melodischen, rhythmischen Lieder melancholisch angehaucht sind, ist es Garvey eine Herzensangelegenheit, seinen Hörern durch seine Musik Hoffnung und Energie zu übermitteln.

„It’s a good life even if your heart is breaking“, ist der Einstieg in das Album und unterstreicht die Einstellung des gebürtigen Iren zum Leben. Es ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbote auf die kommenden zehn Titel, die wahrlich auch schwierige Phasen verarbeiten wollen, nie jedoch die Zuversicht verlieren. Inspiration für die Texte fand Garvey in seiner eigenen Biografie („Candlelight“), aber auch bei Musik-Größen wie Amy Winehouse, was wiederum unterstreicht, dass dieses Album tiefgehend und nachdenklich, eben erwachsen ist. Spätestens mit dem Duett „All that matters“ mit Heather Nova fällt auf: auch Pop kann Tiefgang haben! Garveys Musik, so poppig sie auch sein mag, soll berühren. Im besten Fall, so Garvey selbst, soll sie ein Begleiter sein und den Menschen helfen, sich selbst wieder aufbauen zu können.

Insgesamt wird „Pride“ von dieser ganz besonderen Atmosphäre getragen. Es ist eben nicht nur eine Reise in die vergangenen Tage des Ex-Reamonn-Frontmanns, in seine Seele und zu seinen Wurzeln. Es hat vielmehr auch die Intention, den Hörer selbst auf seine eigene Reise mitzunehmen. Dabei wurde offensichtlich großer Wert auf eine gelungene Abmischung, Anordnung, generell auf Arrangements gelegt. Akustikgitarre und Banjo verbinden sich fließend mit elektronischen Momenten, die Übergänge zwischen den Liedern sind flüssiger, die Stimme reifer. Die Hits klingen nicht mehr so gewollt und genau deshalb scheinen sie zu funktionieren. Trotzdem hat diese Platte ein großes Manko: sie ist allzu schnell durchgehört. Die vierzig Minuten vergehen wie im Flug. Ansonsten findet man nicht viel, das es zu beanstanden gäbe.

Anspieltipps:

  • It’s a good life
  • We all fall down
  • Oh my love
  • All that matters
  • Bow before you

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