Lake Street Dive - Bad Self Portraits - Cover
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Lake Street Dive Bad Self Portraits


  • Label: Signature/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Country, Jazz, Soul und Blues tun sich willkürlich zusammen, um einen echt amerikanischen Sound zu erschaffen.

Bei der Suche nach einer eigenen musikalischen Identität war für Lake Street Dive wohl gleich klar, dass sie amerikanisch klingen möchten. Inspirationen und Vorbilder aus Jazz, Soul, Blues und Country sind wie ein Schmelztiegel der verschiedenen Musikeinflüsse Amerikas zu betrachten. Trotz all dieser Einflüsse ist jedoch deutlich, dass der Grundton der Band dem Indie-Rock entspringt und bei allen Einflüssen stets eine eigene Note bewahrt. Da kann Rhythm & Blues noch so unverkennbar in „Better Than“ erklingen und Jazz und Ragtime in „Rabid Animal“ anklingen, doch das Ergebnis entspricht dem Indie-Rock der Band mit einer ordentlichen Prise Pop-Appeal.

Viele dieser Lieder könnte man sich so auch gut von dem ähnlich amerikanischen und individuellen Künstler Jeff Tweedy von Wilco vorstellen. Die Liebe zu Motown und tanzbarer Musik unterscheidet Lake Street View doch weiterhin deutlich von solcherlei Genre-Freunden. „You Go Down Smooth“ und „Stop Your Crying“ wollen von Geschwindigkeit leben und anstatt rein eigener Visionen greift die Band eben auch deutlich auf vergangene Jahrzehnte zurück. Das Zentrum des Albums mit „Use Me Up“ und „Bobby Tanqueray“ greift dabei sogar auf Rockabilly zurück, bevor „Just Ask“ und „Seventeen“ sich in purem Blues baden.

Diese Zeitreisen sind jedoch derartig passend in den zu Beginn eingeführten Sound der Band eingeebnet, dass zu keinem Zeitpunkt Gedanken an Einfallslosigkeit oder fehlende Eigenständigkeit aufkommen. Lake Street Dive wissen zu jedem Moment ihres Werkes, mit welchen Ideen und Einflüssen sie spielen wollen und greifen auf eine derart große Bandbreite zurück, dass das Album stets in Bewegung bleibt und Stagnation zu Recht ein Fremdwort bleibt. „Bad Self Portraits“ ist ein Retro-Trip, der jedoch nicht nur durch die Vergangenheit, sondern auch durch die konsequente Umsetzung für die Gegenwart besticht. Moderne Pop- und Rockmusik kann auch weiterhin so „altmodisch“ funktionieren. Lake Street Dive sind ein richtig guter Beweis dafür.

Anspieltipps:

  • Bad Self Portrait
  • Use Me Up
  • You Go Down Smooth

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