Maria Gadú - Maria Gadú - Cover
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Maria Gadú Maria Gadú


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

2014 ist Fußball-WM in Brasilien. Doch auch wenn Maria Gadú aus Brasilien stammt, ist ihre Musik nicht wirklich Fußballfan-tauglich.

In diesem Jahr findet zum zwanzigsten Mal eine Fußball-Weltmeisterschaft statt. Gastgeber ist Brasilien, das mit fünf WM-Titeln zugleich den erfolgreichsten Landesvertreter bei allen bisher ausgespielten Turnieren stellt. Der FIFA World Cup zählt stets zu den Höhepunkten eines Sportjahres, doch auch auf kommerzieller Ebene wird so ein Event in jede erdenkliche Richtung ausgeschlachtet. So kommt es nicht von ungefähr, dass das selbstbetitelte 2009er Debütalbum sowie das Zweitwerk „Mais Uma Página“ (2012) einer gewissen Mayra Corrêa Aygadoux alias Maria Gadú (27) ausgerechnet jetzt in Deutschland auf den Markt kommen, wo sich die Industrie langsam, aber sicher im Hinblick auf das große Ereignis in Stellung bringt.

Maria Gadús Debüt erhielt in ihrer Heimat zwei Latin-Grammy-Nominierungen, wurde mit Platin ausgezeichnet und warf mit „Shimbalaiê“ eine Nummer-Eins-Single ab, die sich kurioserweise bereits im Jahr 2011 in den italienischen Charts tummelte und auch dort den ersten Platz belegte. Die 27-Jährige bietet darauf tiefenentspannten Folk-Pop dar, den sie ausnahmslos selbst schreibt und komponiert. Die Stücke sind überwiegend akustischer Natur und transportieren sehr schön das brasilianische Lebensgefühl, das nicht nur aus Party, Sonne und Strand besteht.

Es mag überraschen, dass Gadús Stücke sehr häufig Melancholie und Nachdenklichkeit im Herzen tragen und eher von Jazz und Soul beeinflusst sind, als von Samba und Bossa Nova. Sie werden von dem brasilianischen Superstar mit leicht rauer Stimme und mit selten mehr als einer Akustikgitarre vorgetragen. In ihrer Heimat wird diese Art von Musik in die Genre-Schublade „Música Popular Brasileira“ einsortiert, die mit dem europäischen Verständnis von Popmusik kaum etwas zu tun hat.

So kommt es, dass „Maria Gadú“ zwar entspannte Klänge und viel Gefühl mitbringt, aber aufgrund der latent schwermütig wirkenden Grundstimmung nicht gerade als ein Paradebeispiel für die Art von Musik taugt, die üblicherweise im Zuge einer Fußball-Weltmeisterschaft vermarktet wird. Hat der Hörer diesen Punkt für sich geklärt, ist das Debüt von Maria Gadú ein durchaus interessanter Einblick in die südamerikanische Musiklandschaft.

Anspieltipps:

  • Lounge
  • Shimbalaiê
  • Tudo diferente
  • Ne me quitte pas
  • A história de Lily Braun
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